Arzt

    Kinder landen wegen Schulproblemen beim Arzt

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA, Laurin Zaugg

    Bern,

    Immer mehr Kinder kommen wegen Schulproblemen zum Arzt. 44 Prozent der Kinderärztinnen und Kinderärzte sind mindestens einmal täglich damit konfrontiert.

    Schule
    Knapp die Hälfte der befragten Kinderärztinnen und Kinderärzte gab an, dass mindestens ein Kind am Tag von schulischen Problemen berichtet. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Immer mehr Schülerinnen und Schüler landen wegen Schulproblemen beim Kinderarzt.
    • Die Hälfte der Ärzte berichtet bei Jugendlichen sogar von suizidalen Gedanken.
    • Als Lösungsansätze nannten die befragten Experten unter anderem kleinere Klassen.

    Eine grosse Mehrheit der befragten Kinderärztinnen und Kinderärzte beobachtet eine Zunahme von Kindern, die wegen Schulproblemen zum Arzt kommen. Das zeigt eine am Donnerstag veröffentlichte Studie des Forschungsinstituts gfs.bern im Auftrag der Stiftung Mercator Schweiz.

    Die Befragung von 469 Kinderärztinnen und Kinderärzten ergab, dass 89 Prozent von ihnen diesen Trend feststellen.

    Auch Marc Sidler , Kinderarzt und Präsident des Berufsverbands Kinderärzte Schweiz beobachtet das. Kinderärzte hätten «täglich mit Kindern oder Jugendlichen zu tun, die wegen Problemen in der Schule zu uns kommen». Das sagt er in der SRF-«Tagesschau».

    Die Symptome der Kinder variieren je nach Alter. Laut Sidler erkenne man oft auch nicht sofort, dass es sich um Schulprobleme handelt.

    Im Kindergartenalter äusserten sich Belastungen oft durch Bauchschmerzen oder Konzentrationsschwierigkeiten. Auf der Sekundarstufe kämen Schulabsentismus, depressive Verstimmungen oder Essstörungen hinzu.

    Hälfte der Ärzte hat mit suizidalen Jugendlichen zu tun

    Rund die Hälfte der Befragten Ärzte gab an, in dieser Altersgruppe auch suizidale Gedanken zu beobachten. Als Hauptursachen für die Probleme nannten die Befragten Mobbing, eine Unter- oder Überforderung durch den Lernstoff sowie Beziehungsprobleme mit Lehrpersonen.

    Marc Sidler ergänzt: «Eine der wichtigsten Ursachen ist sicher der Leistungsdruck, der zugenommen hat.» Auch der Selektionsdruck, der schon sehr früh einsetzt, beispielsweise mit der Benotung, sei ausschlaggebend.

    Viele Familien suchten ärztliche Hilfe, um über eine Diagnose Zugang zu Therapien oder schulischen Nachteilsausgleichen zu erhalten.

    Lehrerverband sieht kein Problem in der Schule

    Gegenüber SRF sagt Dagmar Rösler, Präsidentin des Lehrerverbands: «Wir warnen vor zu einfachen Schlüssen. Kinder und Jugendliche sind heute generell stark belastet. Nicht alle Probleme haben ihren Ursprung in der Schule.»

    Dennoch ist eine grosse Mehrheit von 95 Prozent der befragten Kinderärzte überzeugt: Ein Teil der Probleme könnte besser mit schulischen als mit medizinischen Massnahmen vermieden werden.

    Ist der Leistungsdruck auf Schulkinder in der Schweiz zu hoch?

    Als Lösungsansätze nannten die befragten Experten unter anderem kleinere Klassen oder eine Entlastung beim Bewertungsdruck. Auch eine stärkere Berücksichtigung des individuellen Entwicklungsstandes der Kinder könne helfen.

    Laut Marc Sidler sei es entscheidend, dass Kinder Unterstützung erhalten und sich ernst genommen fühlen.

    Brauchst du Hilfe?

    Bist du selbst depressiv oder hast du Suizidgedanken? Dann kontaktiere bitte umgehend die Dargebotene Hand (www.143.ch).

    Unter der kostenlosen Hotline 143 erhältst du anonym und rund um die Uhr Hilfe. Die Berater können Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen. Auch eine Kontaktaufnahme über einen Einzelchat oder anonyme Beratung via E-Mail ist möglich.

    Hilfe für Suizidbetroffene: www.trauernetz.ch

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #2073 (nicht angemeldet)

    Nachts um 22 Uhr noch im Freien rum Strielen und dann fragt man sich wie so die Kinder immer vermehrt zum Arzt gehen. Zu wenig Schlaf und all die Sozialen Medien machen das aus.

    User #1435 (nicht angemeldet)

    Es währe langsam Zeit, schickt die Eltern in die Schule ...

    Weiterlesen

    rasen
    162 Interaktionen
    «Schnitte»
    asd
    129 Interaktionen
    Teuer
    hitze
    256 Interaktionen
    «Wird unterschätzt»

    MEHR ARZT

    Krankenkassen Arzt
    80 Interaktionen
    Gerichtsfall
    Sonnenbrand
    438 Interaktionen
    Ist Arzt
    Arzt
    In Zürich verhaftet

    MEHR AUS STADT BERN

    Bern
    1 Interaktionen
    Universität Bern
    Kita
    7 Interaktionen
    Zu teuer
    3 Interaktionen
    Nach Internetpranger
    3 Interaktionen
    Stadt Bern