Vorstoss fordert Verbot von Kamerabrillen in Stadtberner Bädern
Die Stadt Bern soll das Tragen von Kamerabrillen in den städtischen Hallen- und Freibädern verbieten. Das verlangt eine am Donnerstag im Stadtrat eingereichte Motion, die nach Informationen von Keystone-SDA von mehr als der Hälfte der Ratsmitglieder unterzeichnet wurde.

Der Vorstoss von Lukas Wegmüller (SP), Lea Bill (GB) und Laura Curau (Mitte) soll verhindern, dass es unbemerkte Aufnahmen im Bade-, Dusch- und Garderobenbereich geben kann. Das Trage- und Verwendungsverbot der Smart Glasses mit Aufnahmefunktion soll in den städtischen Badereglementen verankert werden.
Zudem soll das Personal geschult und die Gäste mit mehrsprachiger Beschilderung informiert werden. Der Vorstoss verlangt auch, dass eine Ausweitung auf weitere städtische Sportanlagen geprüft wird.
Die Erstunterzeichnenden begründen den Vorstoss mit dem Schutz der Privatsphäre in sensiblen Bereichen. Smart Glasses seien von gewöhnlichen Brillen kaum zu unterscheiden, Aufnahmen könnten direkt ins Internet hochgeladen werden.
Der strafrechtliche Schutz greife zu kurz: Unbefugte Aufnahmen seien nur im Geheim- und Privatbereich strafbar. Das Areal einer öffentlichen Badeanlage gehöre in der Regel nicht dazu. Seien die Bilder einmal im Netz, komme jeder Rechtsschutz zu spät.
Der Schweizerische Badmeister-Verband und der Verband Hallen- und Freibäder erarbeiten zurzeit eine gemeinsame Empfehlung für Bade- und Saunabetriebe, wie sie im August mitteilten. «Bern soll nicht warten, bis der erste Missbrauchsfall publik wird», schreiben die Motionäre.






