Kanton Waadt rüstet Polizei mit Tasern aus
Waadtländer Polizisten und Polizistinnen werden schrittweise mit Tasern ausgerüstet. Die Entscheidung folgt auf ein sechsmonatiges Pilotprojekt, das sich laut einer Mitteilung des Kantons Waadt vom Dienstag als erfolgreich erwiesen hat.

Die Behörden sehen die Ausrüstung der Beamten mit Tasern nach eigener Aussage als ein wirksames Mittel zur Abschreckung und Deeskalation an, das die Sicherheit der Polizisten und die Verhältnismässigkeit der Polizeieinsätze gewährleistet.
Der Taser «ist Teil einer abgestuften Gewaltanwendung durch die Polizei, unmittelbar vor dem Einsatz von Schusswaffen», teilte der Kanton Waadt weiter mit. «Er darf nur eingesetzt werden, um Personen, die eine unmittelbare Gefahr für sich selbst oder andere darstellen, vorübergehend ausser Gefecht zu setzen», hiess es weiter.
Technisch gesehen hat der Taser eine maximale Reichweite von etwa 14 Metern. Er ist mit zehn einzelnen Sonden ausgestattet und verfügt über eine «Deeskalationsfunktion“, die aus einem Stroboskoplicht und einem schrillen Ton besteht.
Die Bereitstellung des Tasers ist für Polizistinnen und Polizisten im Aussendienst vorgesehen, die zu dringenden Einsätzen gerufen werden. Sie wird laut dem Kanton in den nächsten Jahren schrittweise erfolgen.
Die betroffenen Beamtinnen und Beamten müssen eine Grundausbildung sowie eine jährliche Fortbildung absolvieren, die sich unter anderem auch mit der Versorgung von Personen befasst, die nach einem elektrischen Impuls vorübergehend gelähmt sind. Zudem muss jeder Einsatz des Tasers gemeldet werden.
Bislang waren nur die Mitglieder der Détachement d’action rapide et de dissuasion (DARD, schnelle Eingreiftruppe) mit dem Taser ausgestattet. Die Testphase zur Ausweitung seines Einsatzes fand von Juni bis November 2024 statt und betraf 44 Beamtinnen und Beamte der mobilen Polizei.
Am Ende der Pilotphase wurden mehr als 500 Feedback-Formulare ausgefüllt. Ausserdem fanden qualitative Interviews statt. Die überwiegende Mehrheit der befragten Polizeibeamten (91 Prozent) war der Meinung, dass die Taser-Technologie für die Polizei von Vorteil ist. Vor der Testphase waren es noch 80 Prozent.
Im Einsatz wurde der DI bei 19 Einsätzen verwendet. In 14 Fällen wirkte er abschreckend, ohne dass er ausgelöst werden musste. In vier Fällen reichte die Aktivierung des Stroboskoplichts und des schrillen Tons aus, um die Personen zu neutralisieren. In nur einem Fall wurde der Taser ausgelöst, um eine mit einem Messer bewaffnete Person zu neutralisieren, heisst es in der Mitteilung weiter.










