Da die technische und administrative Komplexität des E-Voting-Projekts stark zugenommen habe, entschied der Kanton Freiburg die Versuche zu pausieren.
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Damit das E-Voting-Projekt in Freiburg wie geplant 2022 wieder aufgenommen werden könnte, wären zusätzliche personelle und finanzielle Ressourcen erforderlich. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Momentan pausiert der Kanton Freiburg einen neuen Anlauf zur elektronischen Stimmabgabe.
  • Die technische und administrative Komplexität des Projekts habe stark zugenommen.
  • Nach 2023 soll eine Neubeurteilung stattfinden.

Der Kanton Freiburg verzichtet im Moment auf einen neuen Anlauf für die elektronische Stimmabgabe. Die technische und administrative Komplexität des Projekts habe stark zugenommen, teilte der Staatsrat am Freitag mit. Um das Projekt wie geplant 2022 wieder aufzunehmen, wären zusätzliche personelle und finanzielle Ressourcen erforderlich. Das Geld will die Regierung lieber für andere Verwaltungsleistungen einsetzen - etwa für die Weiterentwicklung des virtuellen Schalters.

Dass das E-Voting einem Bedürfnis der Bevölkerung entspreche, sei aber klar, schreibt der Staatsrat. Früher oder später werde die elektronische Stimmabgabe zu einer Notwendigkeit in einer modernen Demokratie. Der Staatsrat will die Lage nach den eidgenössischen Wahlen 2023 neu beurteilen.

Schwachstellen im Quellcode

Der Kanton Freiburg hatte sich im vergangenen Jahrzehnt an E-Voting-Versuchen beteiligt. Das Angebot stiess vor allem bei Auslandschweizern auf grosses Interesse. Die Anwendung wurde aber 2019 vom Markt genommen, nachdem Schwachstellen im Quellcode entdeckt worden waren.

Die Bundeskanzlei, die Post und die interessierten Kantone haben die Arbeiten zur Wiedereinführung des E-Voting unterdessen wieder aufgenommen. Dies ruft der Kanton Freiburg in Erinnerung. Die Anforderungen hätten aber stark zugenommen, und es seien auch politische Fragen offen.

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