Über Kandersteg ist eine riesige Felsmasse in Bewegung. Diese wird von den Folgen des Klimawandels beschleunigt. Das Bergdorf steht nun unter Beobachtung.
Kandersteg
In der Nähe des Oeschinensees sind Teile des Spitzen Steins abgebrochen. Der Fels stand schon seit mehreren Monaten unter Beobachtung. (Archivbild) - sda - ANTHONY ANEX

Das Wichtigste in Kürze

  • Permafrost und Gletscher schmelzen und beschleunigen so Felsstürze in der ganzen Schweiz.
  • Auch Kandersteg BE ist davon bedroht und auf der Karte der Risikogebiete eingezeichnet.
  • Das Bergdorf fordert aber gemässigtere Einschränkungen als vom Bund vorgeschrieben.

In den Alpen wurden durch den Klimawandel nicht umkehrbare Vorgänge in Bewegung versetzt. Die Stabilität des Permafrosts nimmt ab und die Gletscher schmelzen. Auch die Situation am Doldenhorn oberhalb von Kandersteg BE hat sich laut der «SonntagsZeitung» verschlimmert: Fünfmal mehr Fels als bei der Katastrophe von Bondo GR 2017 könnte bald abstürzen.

Der viele Schnee im letzten Winter und der viele Regen dieses Jahres beschleunigte die Fahrt des Felsens in Richtung Tal. So Nils Hählen, Leiter der Abteilung Naturgefahren beim Kanton Bern, gegenüber der Zeitung. Mit GPS und Radar wird das Gebiet rund um die Uhr überwacht und bei Bewegung eine Warnung per SMS versandt. Die Gemeinde hat dann rund 48 Stunden Zeit für eine Evakuierung von Mensch und Tier.

In den speziell bedrohten Gebieten, darunter auch Kandersteg, gilt laut dem Bund eine Bausperre: Dort dürfen keine neuen Häuser gebaut und auch keine zerstörten Bauten erneuert werden. Diese Einschränkung geht für Gemeindepräsident René Maeder zu weit. Es soll deshalb ein neuer Gefährdungsplan erarbeitet werden, welcher das Dorf nicht «zerstört».

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