Jacques Moretti: Habe Fluchttreppe verengen lassen
Jacques Moretti gibt zu, die Fluchttreppe verengen lassen zu haben. Zuvor habe er die gesetzlichen Mindestanforderungen im Internet nachgeschaut.

Das Wichtigste in Kürze
- Jacques Moretti sagte bei der Einvernahme, dass er die Treppe verengen liess.
- Der Fluchtweg habe aber den gesetzlichen Mindestanforderungen entsprochen.
- Er überwachte die Arbeiten, die administrativen Aspekte habe der Vorbesitzer übernommen.
Am Freitag wurde Jacques Moretti, der Betreiber der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS erneut vernommen.
Dabei sprach er auch über die Treppe, die von der Kellerbar nach oben führte und der einzige Fluchtweg war. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet, sagte er: «Ich war es, der entschied, die Ausgangstreppe zu verengen.»
Beim verheerenden Feuer in der Silvesternacht starben 41 Menschen, weitere 115 wurden teils schwer verletzt. Die Fluchtwege standen oft im Zentrum.
Moretti betonte bei der Einvernahme: «Die Abmessungen entsprachen den gesetzlichen Vorgaben, die ich im Internet nachgelesen habe.»
Für die Anpassung der Treppe sei keine gesonderte Bewilligung nötig gewesen, gibt der Barbetreiber zu Protokoll. Denn es sei weder eine Nutzungsänderung noch ein Eingriff in das Bauvolumen erfolgt.
Er sagt, er habe sich um die Arbeiten gekümmert. Die administrativen Aspekte habe der Vorbesitzer übernommen. Zum Zeitpunkt der Renovation war Moretti weder Pächter noch Eigentümer der Immobilie.
Der Vorbesitzer Julien Beytrison beauftragte laut Moretti einen lokalen Fachmann. Gemäss Moretti habe der Vorbesitzer Bescheid über «alles» gewusst.
Opfer-Anwalt: Folgen waren vorhersehbar
Dieser aber sagte im Juli etwas anderes: Er habe zu den Arbeiten «wenige technische und finanzielle Informationen» erhalten.
Der Anwalt der Familie einer Verletzten kritisiert Moretti nach der Einvernahme. Der Barbetreiber habe die Verantwortung für die Verengung der Treppe übernommen. Dabei habe er die Mindestanforderungen nicht gekannt und bloss online recherchiert.
Der Anwalt sagt weiter: «Ausserdem wurden keine Evakuierungsübungen durchgeführt. Die Folgen waren vorhersehbar.»















