Oscar (19) überlebt Katastrophe in Crans-Montana dank Türsteher
Der 19-jährige Oscar und seine Freunde wurden vom Türsteher der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana abgewiesen. 15 Minuten später stand die Bar in Flammen.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein junger Walliser berichtet, wie er die Brandkatastrophe von Crans Montana überlebte.
- Oscar (19) und seine Freunde wurden vom Türsteher der Bar «Le Constellation» abgewiesen.
- 15 Minuten später brach das Feuer aus. Der Türsteher habe ihm das Leben gerettet.
Oscar (19) ärgert sich, dass er nicht hineingelassen wird. Nur 15 Minuten später sieht er, wie die Bar brennt.
Es ist 01:15 Uhr, als der Türsteher der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana Oscar (19) und seine Freunde abweist. Die Bar ist zu diesem Zeitpunkt überfüllt, weshalb keine weiteren Menschen hineingelassen werden.
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Bereits einen Abend zuvor war Oscar in der Bar feiern.
Der Walliser, der seit Jahren in Crans-Montana Ferien macht, kennt einen geheimen Nebeneingang. «Den Code kennt nicht jeder», sagt Oscar gegenüber der «Bild».
Seinem Freund fällt die Zahlenkombination für den Nebeneingang nicht ein, weshalb sie draussen bleiben. «Das hat uns das Leben gerettet», sagt Oscar.
Menschen mit Brandwunden rennen hinaus
Nur 15 Minuten später sieht er Rauch aus dem Gebäude dringen. «Ich habe nicht geahnt, dass Rauch so dick sein kann», so der Student. Wenig später muss er mit ansehen, wie die ersten Menschen mit grossflächigen Brandwunden herausrennen.
Spätestens ab diesem Zeitpunkt wird Oscar froh gewesen sein, dass er nicht hineingelassen wurde. «Die einzige Tür ist eng, da passen keine zwei Menschen gleichzeitig durch», sagt er zum Bild-Reporter.
Oscar und seine Freunde fliehen
Aus Angst, dass das Gebäude explodieren könnte, seien Oscar und seine Freunde geflohen. Im Nachhinein macht er sich Vorwürfe deswegen. «Ich hätte helfen sollen, aber ich hatte Panik», sagt er.

Weil er die Bar kennt, hat Oscar eine Vermutung, was den Brand ausgelöst haben könnte: «Es war dort üblich, dass man für den Show-Effekt Champagner oder grosse Flaschen mit sprühenden Wunderkerzen versah.»
Nur eine rutschige Treppe führt ins Freie
Nur eine Treppe führt vom Keller, wo die meisten Menschen feiern, zum Ausgang. Oscar wolle sich nicht vorstellen, was die Leute dort erlebt haben. Er sagt: «Wenn dort Panik ausbricht, die Leute übereinander fallen und die Stufen rutschig sind vom Schnee…», danach bricht seine Stimme.
Oscar habe nach dem schrecklichen Erlebnis erst gegen 7 Uhr einschlafen können. Später habe er die Meldungen über die ständig steigenden Opferzahlen gesehen. «Seitdem geht es mir nicht gut», sagt er.

Auch der 15-jährige Sohn von Robin wurde an der Tür der Bar abgewiesen, erklärt der Vater gegenüber SRF: «Mit seiner Freundin und einer Kollegin. Es war ihre erste Silvester-Party.»
Die Kinder hätten seit drei Tagen davon gesprochen. «Fünf Minuten vorher waren sie da. Ich denke an alle Eltern, deren Kinder nicht abgewiesen worden sind.»
Mittlerweile beträgt die Zahl der Todesopfer mindestens 40. Rund 115 weitere Personen sind verletzt, teils schwer.












