Schweizer Spitäler verarzten aktuell leicht mehr Hitze-Patienten

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Bern,

Die meisten Schweizer Spitäler bekommen die gesundheitlichen Folgen der aktuellen Hitzewelle kaum zu spüren. Einen deutlichen Anstieg von Hitzepatienten stellen hingegen das Zürcher Universitätsspital und die Notfallstationen im Tessin fest, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA zeigt.

Trinken
Schweizer Spitäler verzeichnen mehr Patienten aufgrund von Hitze. - keystone

Das Zürcher Universitätsspital verzeichnet etwa zehn Prozent mehr Patientinnen und Patienten seit Beginn der Hitzetage, wie ein Spitalsprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. In den meisten Fällen stünden die Beschwerden in Zusammenhang mit unzureichender Flüssigkeitsaufnahme, körperlicher Aktivität oder Arbeit bei hohen Temperaturen sowie längeren Aufenthalten in der Sonne. Weiter würden auch Beschwerden wegen bestehenden Vorerkrankungen mit den möglichen Folgen einer Dehydrierung, eines Verlusts von wichtigen Salzen, eines Kreislaufkollapses sowie hitzebedingten Erschöpfungszuständen festgestellt. Zudem bedeute die Hitze einen starken Stress für den Körper, so komme es zu einer Häufung von kardiovaskulären Ereignissen.

Im Stadtspital Zürich blieben die Notfalleintritte während der derzeitigen Hitzeperiode hingegen bislang stabil. Einen leichten Zuwachs habe es «wie häufig bei Schönwetterperioden» bei Sportunfällen gegeben, so eine Sprecherin auf Anfrage. Dieser Anstieg habe jedoch nicht direkt mit der Hitze zu tun.

In den Notfallstationen der Spitäler des kantonales Spitalnetzwerks EOC im Tessin sind zwischen dem 26. Mai und dem 20. Juni 199 Fälle registriert worden, bei denen der Hitzeindex aktiviert wurde. Dabei werden Patientinnen und Patienten identifiziert, die besonders anfällig für die Auswirkungen hoher Temperaturen sind, wie der Mediensprecher des EOC auf Anfrage erklärte. Im Zeitraum der aktuellen Hitzewarnung sei im Vergleich zu den vorangegangenen Tagen ein Anstieg der Fälle um rund zehn Prozent zu beobachten.

Das Universitätsspital Basel verzeichnet derzeit wiederum keine signifikante Zunahme von Notfallpatientinnen und Notfallpatienten, die direkt auf die Hitze zurückzuführen wären. Ein leichtes Mehraufkommen in den letzten Tagen sei typisch für die Sommermonate, heisst es auf Anfrage.

Die Menschen seien aktiver und hätten mehr Freizeit, auch Hausärztinnen und Hausärzte seien in den Ferien, was sich wiederum auf das Notfallzentrum niederschlage. Das Spital verstärkt das Notfallzentrum für das bevorstehende Eidgenössische Jodlerfest, ähnlich wie an der Fasnacht.

Hitzebedingte Beschwerden gehörten zum «üblichen saisonalen Geschehen» in den Sommermonaten, heisst es auch beim Luzerner Kantonsspital. Keine wesentliche Häufung stellt auch das Kantonsspital Graubünden fest. Es gäbe aber im Tourismuskanton aktuell mehr Sportunfälle.

Im Zusammenhang mit der aktuellen Hitzewelle stellt auch der St. Galler Spitalverbund keine übermässige Belastung der vorhandenen Ressourcen fest. Genaue Zahlen lägen aktuell noch nicht vor, erklärte ein Sprecher von Health Ostschweiz.

Die grösseren Berner Spitäler behandeln derzeit erst vereinzelte Hitzepatientinnen und -Patienten. Sollte die Hitzewelle weiter andauern, sei man gerüstet, heisst es bei Spitälern in Biel, Thun und Bern.

Im Vordergrund stünden aktuell Kreislaufprobleme, Schwindel, Schwäche und Dehydrierung, vereinzelt auch Symptome einer Hitzeerschöpfung oder eines Hitzeschlags, schreibt die Berner Inselgruppe auf Anfrage.

Auch das Spitalzentrum Biel verzeichnet bislang ebenfalls keinen deutlichen Anstieg an Hitzenotfällen. Es sei davon auszugehen, dass ein Grossteil der Bevölkerung die Präventiv- und Schutzmassnahmen gegen Hitze umsetze.

Die Thuner Spitalgruppe STS stellt etwas mehr Patientinnen und Patienten mit Schwäche oder Kreislaufkollapsen fest. Allerdings sei in den nächsten Tagen erfahrungsgemäss mit einer weiteren Zunahme zu rechnen.

Von täglich einigen Fällen, die auf die Hitzewelle zurückzuführen sind, ist das Universitätsspital Lausanne nach eigenen Angaben betroffen. Derzeit sei die Notaufnahme daher nicht überlastet.

Auch die Universitätskliniken Genf verzeichneten nur einen leichten Anstieg der Patientenzahlen in der Notaufnahme für Erwachsene und in der geriatrischen Notaufnahme. Die Lage sei unter Kontrolle, erfordere jedoch erhöhte Wachsamkeit, insbesondere gegenüber den am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen.

Mehr zum Thema:

Kommentare

User #2143 (nicht angemeldet)

In der Schweiz sterben jedes Jahr etwa 5900 Menschen an Spitalinfektionen. Warum wird nie darüber berichtet.

Weiterlesen

x
Erdbeben in Venezuela
df
«Starker Juckreiz»

MEHR AUS STADT BERN