Genf Epizentrum der Proteste am Genfer See während des G7-Gipfels
Während des G7-Gipfels am Genfersee wird die Stadt Genf zum Hauptschauplatz für Demos und Proteste.

Während sich die Staats- und Regierungschefs der sieben grossen Wirtschaftsmächte ab Montag im französischen Evian treffen, wird Genf zum Zentrum der Proteste am Genfer See. Der von sechzig Organisationen organisierte Gegengipfel wurde am Freitagabend eröffnet.
«Wir sind da!», betonte Françoise Nyffeler von der Koalition No G7 und begeisterte damit einen fast vollbesetzten Saal im Faubourg. Die feministische Aktivistin ging auf die «sehr gravierenden Einschränkungen des Demonstrationsrechts», «die kriminalisierende Propaganda der Arbeitgeberverbände, der FDP und der SVP» sowie die mangelnde Unterstützung durch linke Amtsträger ein und versprach, dass «sich manche Dinge später regeln werden».
Nach mehr als sechs Monaten Arbeit komme es im Moment darauf an, einen grossartigen Gegengipfel zu veranstalten, fuhr sie fort. Bis Samstagabend stehen 18 Podiumsdiskussionen an verschiedenen Orten in Genf auf dem Programm, da die Koalition keine Genehmigung erhalten hat, ein Aktivistendorf in einem Park der Stadt zu errichten.
Gegen den Raubtier-Kapitalismus
Das Ziel dieser internationalen Treffen sei es, «Widerstand aufzubauen und über die Welt zu diskutieren, die wir wollen», betonte Nyffeler. Und den «faschistischen Kurs, der ganz Europa bedroht, den Imperialismus, den Maskulinismus oder auch die zerstörerische Politik der Raubtiere der G7 anzuprangern».
Mitglieder von No G7 zählten die Konflikte auf, die von den G7-Mitgliedern angeblich im Namen der Demokratie, des Friedens, des Völkerrechts und der Stabilität geführt würden. Die Rede war von einem Kapitalismus, der die Arbeiter, die Natur und ihre Ressourcen ausbeute. Die G7 verkörpere all diese Zerstörung.
Die Koalition No G7 wird am Sonntag mit einer Demonstration auf die Strasse gehen, von der sie hofft, dass sie riesengross werde. Die verschärften Grenzkontrollen könnten jedoch die Zahl der aus dem Ausland kommenden Menschen einschränken.
Am Freitagabend endeten die Reden mit einer Würdigung von Jean Ziegler, der am Mittwoch verstorben war. Ein grosses Foto des Soziologen war am Rand der Bühne aufgestellt worden. Im Saal waren mehrere pro-palästinensische Transparente zu sehen, neben feministischen, antikapitalistischen und antiimperialistischen Botschaften.









