Die Gehörlosenschulen der Deutschschweiz und ihr Dachverband haben sich am Donnerstagabend in eine Facebook-Schaltung für die jahrzehntelange Unterdrückung der Gebärdensprache entschuldigt. Die Unterdrückung brachte viel Leid über Generationen gehörloser Menschen.
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Die Gebärdensprache ist keine offizielle Landessprache. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Entschuldigung erfolgte am Internationalen Tag der Gebärdensprache, wie der Schweizerische Gehörlosenbund (SGB) und der Dachverband der Schulen, der Schweizerische Hörbehindertenverband (Sonos), mitteilten.

Die gehörlosen Menschen hätten lange auf diesen Schritt warten müssen.

Die Unterdrückung der Gebärdensprache geht auf eine Resolution am 2. Internationalen Kongress der Gehörlosenpädagogen im Jahr 1880 zurück. Auch in der Schweiz hatte diese Resolution bis weit ins 20. Jahrhundert gravierende Folgen für das Leben gehörloser Menschen.

Nach jahrelangen Bemühungen des Gehörlosenbunds anerkannten die Gehörlosenschulen und ihr Dachverband endlich die Unterdrückung der Gebärdensprache als Fehler an und entschuldigten sich für das dadurch verursachte Leid.

Damit solche Fehler unterbleiben und gehörlose Menschen gleiche Chancen und Rechte haben, setzen sich die Akteure gemeinsam für die bilinguale Ausbildung gehörloser Kinder und Jugendlicher ein.

Das umfasst die Gebärdensprache und die Schriftsprache. Die Gebärdensprache soll in den Schulen ihre fehlende rechtliche Anerkennung erhalten. Nur durch sie ist die volle Teilhabe und Inklusion von gehörlosen Menschen zu erreichen, teilten die Organisationen mit.

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