Freispruch

    Freispruch für Wirt der Zermatter Walliserkanne

    Keystone-SDA
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    Region Visp,

    Dem Wirt der Walliserkanne in Zermatt wurde vorgeworfen, gegen das Covid-Gesetz verstossen zu haben. Jetzt wurde er freigesprochen.

    Walliserkanne
    Das Restaurant «Walliserkanne» in Zermatt VS geriet in der Corona-Zeit in die Schlagzeilen, weil die Wirte die Zertifikatspflicht nicht umsetzen wollten. (Archivbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Wirt der Walliserkanne wehrte sich gegen eine Busse.
    • Ihm wurde vorgeworfen, gegen Corona-Massnahmen verstossen zu haben.
    • Das Bezirksgericht Visp hat ihn nun freigesprochen – wegen nicht verwertbarer Beweise.

    Der Wirt des Zermatter Restaurants Walliserkanne ist vor dem Bezirksgericht Visp vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das Covid-Gesetz freigesprochen worden. Begründet wird der Freispruch mit nicht verwertbaren Beweisen.

    Der Anwalt des Gasthausbetreibers, David Zollinger, bestätigte am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA einen entsprechenden Bericht des Onlineportals der Zeitung «Walliser Bote». Das Gericht habe einen Grossteil der Beweise, welche die Staatsanwaltschaft der Anklage unterlegte, nicht zugelassen.

    Im Verfahren seien Zeugen einvernommen und Personen befragt worden, ohne dass der Angeklagte und dessen Verteidiger darüber informiert und zu den Befragungen eingeladen worden seien. Das habe das Mitwirkungs- und Teilnahmerecht des Angeklagten verletzt, schreibt das Newsportal.

    Der Staat muss zudem die Kosten des Verfahrens bezahlen. Weiter wurde dem Wirt eine Entschädigung für den anwaltlichen Aufwand zugesprochen. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft hat 20 Tage Zeit, um beim Kantonsgericht eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen.

    Anwalt Zollinger zeigte sich zufrieden mit dem Urteil. Aus Sicht der Verteidigung sei vor allem das Vorgehen der Polizei sehr befremdlich gewesen. Umso mehr schätzt die Verteidigung die nüchterne und unabhängige Haltung, mit welcher das Gericht die Akten geprüft habe.

    Einsprache gegen Strafbefehl

    Der Betreiber des Restaurants hatte sich vor Gericht gegen eine drohende Busse wegen Verstosses gegen die 2021 geltenden Corona-Schutzmassnahmen gewehrt. Er war per Strafbefehl verurteilt worden, erhob jedoch Einsprache dagegen. Deshalb kam es es zum Prozess.

    Die Staatsanwaltschaft hatte wegen Verletzung der Covid-19-Verordnung aus dem Jahr 2021 eine Busse von 600 Franken und bei Nichtbezahlen eine Ersatzstrafe von sechs Tagen beantragt. Ausserdem hätte der Wirt die Verfahrenskosten in Höhe von 500 Franken übernehmen sollen.

    Haben Sie den Skandal rund um die Walliserkanne mitbekommen?

    Die Vorwürfe gegen den Gastronomen aus Zermatt gehen auf den 15. September 2021 zurück. An diesem Tag führte die Polizei eine Kontrolle in seinem Lokal durch, in dem vier Tische mit Gästen besetzt waren. Sie wurden gebeten, ihre Covid-Zertifikate vorzuweisen.

    Gäste ohne Zertifikat

    Laut Staatsanwaltschaft konnten sich nur die Gäste von drei Tischen gegenüber der Polizei mit einem gültigen Covid-Zertifikat ausweisen. Ein Paar, das am vierten Tisch bei einem Drink sass, weigerte sich gemäss Aussagen der Polizisten, ihre Identität preiszugeben und sich auszuweisen.

    Walliserkanne
    Die Walliserkanne in Zermatt wurde während der Corona-Zeit von den Behörden geschlossen. - keystone

    Die Staatsanwaltschaft warf dem Gastronomen vor, seiner Verantwortung nicht nachgekommen zu sein, indem er die Covid-Bescheinigungen seiner Kunden nicht geprüft hat oder nicht durch seine Mitarbeiter prüfen liess. Damit handelte er laut der Staatsanwaltschaft wissentlich und willentlich und somit vorsätzlich.

    Bar auf Betonblöcken

    Die Betreiber der Walliserkanne machten im Herbst 2021 Schlagzeilen, als das Restaurant per Beschluss der Walliser Regierung geschlossen wurde, weil sie die Covid-Pässe ihrer Kunden nicht kontrollierten.

    Als sie weiterhin ihre Gäste bedienten und eine Bar auf Betonblöcken improvisierten, die von der Polizei vor dem Eingang des Lokals aufgestellt worden waren, wurden sie am 31. Oktober festgenommen.

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