Witz

Experte schiesst wegen neuen Schweiz-Zöllen gegen Trump

Fabienne Endras
Fabienne Endras

USA,

Donald Trump erhöht die Zölle für die Schweiz und begründet dies mit unzureichenden Massnahmen gegen Zwangsarbeit. Experten schätzen die Lage bei Nau.ch ein.

Guy Parmelin Donald Trump
Experte schiesst wegen neuen Zöllen gegen Trump. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Donald Trump hat neue Zölle in der Höhe von 12,5 Prozent für die Schweiz verkündet.
  • Die USA begründen dies mit angeblich unzureichenden Massnahmen gegen Zwangsarbeit bei Importwaren.
  • Politikwissenschaftler Manfred Elsig findet diese Begründung einen «Witz. Die Zölle seien nicht rechtens.

Die USA haben seit heute Freitag wieder neue Zölle gegen 60 Handelspartner eingeführt. Die Schweiz ist auch davon betroffen: der Zollsatz wurde auf 12,5 Prozent erhöht.

Begründet hat Donald Trump den Schritt mit angeblich unzureichenden Massnahmen gegen Zwangsarbeit in der Schweiz. Der Bund unternehme demnach zu wenig gegen den Import von Waren aus Zwangsarbeit.

Wie Mathias Binswanger, Professor für Volkswirtschaftslehre an der ZHAW, gegenüber Nau.ch erklärt, sind die gleichen Branchen betroffen wie schon bei den früheren Zöllen. Heisst: Vor allem Maschinen, Elektronik und Präzisionsinstrumente. Die Pharmaindustrie sei weitgehend ausgenommen.

USA
Experten machen sich im Moment keine Sorgen wegen der neuen US-Zölle, die Präsident Trump verkündet hat. - keystone

Dennoch macht sich der Wirtschaftsexperte keine Sorgen für die Schweiz.

«Wir sind Zollankündigungen von Trump mittlerweile gewohnt»

Das grösste Problem für die Wirtschaft ist gemäss Binswanger «die andauernde Unsicherheit». Die Inflation in der Schweiz würde dadurch aber kaum beeinflusst und bleibe gering.

Er erklärt: «Die Folgen für die Schweiz dürften nicht allzu schlimm sein, da auch diese Zölle kaum dauerhaft bestehen werden.» Laut dem Experten hätten die «Zollhämmer» meist keine legale Grundlage und seien darum längerfristig nicht umsetzbar. Sie würden durch Gerichte wieder aufgehoben.

Auch Manfred Elsig vom Word Trade Institute der Uni Bern findet klare Worte für das Vorgehen der USA: «Es ist ein Vorwand, um weiterhin flächendeckende Zölle aufrechtzuerhalten.»

Begründung für Zölle ist ein Witz

Dass die Schweiz nicht gegen Zwangsarbeit vorgehe, ist laut Elsig «eine Witz-Begründung». Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer suche Gründe nach rechtlichen Instrumenten, auch wenn diese nicht wirklich anwendbar seien, sagt der Politikwissenschaftler.

«Das Ganze ist eine zynische Reaktion», so Elsig. Denn die Trump-Administration kümmere sich nicht um Arbeitnehmerrechte – weder im eigenen Land noch weltweit.

«Die USA haben nicht einmal alle ILO Kernkonventionen gegen Ausbeutung und Sklavenarbeit unterzeichnet.» Diese bilden den internationalen Mindeststandard für menschenwürdige Arbeit. Er hält fest: «Die Methodik und Evidenz angeblicher Praktiken und Effekte, welche die Untersuchungen präsentieren, sind amateurhaft.»

Trump
Die neuen Zölle von Trump seien laut Manfred Elsig vom Word Trade Institut weder rechtlich noch ökonomisch zu legitimieren. - keystone

Der Experte ergänzt: «Auch die Schweiz verbietet den Import von Produkten, welche durch Zwangsarbeit hergestellt wurden.» Den Import von unter Zwangsarbeit hergestellten Gütern könne ein Land aber kaum vollständig ausschliessen, auch wenn gesetzliche Grundlagen bestünden.

«Die neuen Zölle sind weder rechtlich noch ökonomisch zu legitimieren», meint der Experte. Er erklärt: Theoretisch könnte sich ein betroffenes Land wehren und die USA bei der Welthandelsorganisation (WTO) einklagen. Jedoch würde dies in der heutigen Situation kaum ein WTO-Mitglied tun.

Hast du Angst vor den Auswirkungen der US-Zölle auf die Schweizer Wirtschaft?

Schliesslich müsse in der Frage, ob die Zölle rechtens sind, nicht nur die willkürliche Zoll-Erklärung beurteilt werden. Sondern es müsse auch die präsidentielle Autorität überprüft werden. Und ob die Tump-Regierung mit der Entscheidung hier den Kongress nicht wieder übergangen habe.

Kommentare

User #5207 (nicht angemeldet)

... das Freihandelsabkommen CH-USA ist in Vorbereitung?! Und guet is!

User #6931 (nicht angemeldet)

Warum spotten und fordern SP Parteipolitik laufend aber weshalb sieht man keine adäquaten Handlungen?

Weiterlesen

donald trump
667 Interaktionen
10 bis 12,5 Prozent
Trump
14 Interaktionen
Bern
US-Zölle
6 Interaktionen
Zürich

MEHR IN NEWS

1 Interaktionen
Schaffhausen
1 Interaktionen
Schaffhausen

MEHR WITZ

Lola Weippert
Endo-Belly
Türkei Flagge
1 Interaktionen
Istanbul
Wutausbrauch Teenager
12 Interaktionen
Kein Witz
Abstimmung Basel
199 Interaktionen
Abstimm-Panne

MEHR AUS USA

Zürich Jon Bon Jovi
New York
EA Sports FC 27
Gaming
Lindt & Sprüngli
8 Interaktionen
Washington