Zwei Tote und 39 Verletzte nach Tram-Entgleisung
In Mailand ist heute Nachmittag ein Tram der Linie 9 entgleist. Das betroffene Fahrzeug entstammt der Produktion des Thurgauer Zugbauers Stadler in Valencia.
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Das Wichtigste in Kürze
- In Mailand ist ein Tram der Linie 9 entgleist.
- Das Fahrzeug prallte anschliessend gegen eine Gebäude und klemmte dabei Personen ein.
- Die Zahl der Verletzten liegt derzeit bei 39, zwei Personen starben.
Am Freitagnachmittag ist in der italienischen Stadt Mailand ein Tram der Linie 9 entgleist. 39 Personen wurden dabei verletzt, zwei Personen starben. Der Vorfall ereignete sich kurz vor 16:15 Uhr, wie «Milano Today» schreibt.
Nach Informationen der Zeitung «La Repubblica» handelt es sich bei einem der Toten um einen 60 Jahre alten Italiener. Einer der verletzten Passagiere schilderte der Nachrichtenagentur Ansa den Hergang so: «Ich dachte, das sei ein Erdbeben. Es war schrecklich.»
Tramfahrer ins Spital gebracht
Bei den beiden Todesopfern handelt es sich um Passagiere: einen 60 Jahre alten Italiener und einen Mann aus dem Senegal, zu dessen Alter die Behörden zunächst keine genaueren Angaben machten.
Der Fahrer der Strassenbahn wurde mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Spekuliert wird, dass er einen Schwächeanfall erlitten haben könnte. Vor dem Unglück soll er eine Haltestelle missachtet haben. Wie üblich in solchen Fällen wurde ihm für einen Alkohol- und Drogentest Blut abgenommen.
Offenbar ist das Tram von den Gleisen abgekommen und gegen ein Gebäude, in ein Schaufenster geprallt.

Der Vorfall ereignete sich auf der Viale Vittorio Veneto, als das Tram von der Piazza Repubblica in Richtung Porta Venezia fuhr.
Der Rettungsdienst 118 rückte mit einem Grossaufgebot aus. Zahlreiche Krankenwagen sind im Einsatz, auch die Feuerwehr und die Polizei sind vor Ort. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung ein.
Tram erst seit einer Woche im Einsatz
Bei dem Unfall war ein Tram der neuen Generation beteiligt, wie die Zeitung schreibt. Es sei erst am 20. Februar in Betrieb genommen worden. Diese sollten die älteren Fahrzeuge schrittweise ersetzen.
Die Trams, in die insgesamt 190 Millionen Euro investiert wurden, wurden in einem Werk des Thurgauer Zugbauers Stadler in Valencia gebaut.
«Wir bestätigen, dass es sich beim tragischen Unfall in Mailand um ein Tramlink-Milano-Fahrzeug handelt», teilte ein Stadler-Sprecher am Freitagabend der Nachrichtenagentur AWP auf Anfrage mit. Stadler stehe mit der Betreiberin Azienda Trasporti Milanesi in engem Austausch und unterstütze sie bei der Ursachenanalyse.














