Aufgrund der Corona-Pandemie verdient fast jeder zehnte Schweizer weniger als zuvor. Dies hat auch Auswirkungen auf die Stimmungslage.
Portemonnaie
Das Einkommen der Bevölkerung schmälert sich. (Symbolbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit der Corona-Pandemie verdient jeder Zehnte in der Schweiz weniger.
  • Der Verzicht von Freizeitaktivitäten hat eine Auswirkung auf die Ausgaben.
  • Das Glücklichsein hat seit der Pandemie bei vielen Menschen abgenommen.

Jeder Zehnte in der Schweiz verdient wegen Covid-19 weniger, fast jedem Zweiten schlägt die Pandemie aufs Gemüt. Trotz geringerem Einkommen kommen mehr Leute über die Runden. Dies liegt daran, dass sie wegen der Pandemie Konsum und Freizeitaktivitäten einschränken.

11,3 Prozent der Bevölkerung sind wegen der Pandemie von Einkommenseinbussen betroffen. Das zeigen die neuesten, auf Befragungen in der ersten Jahreshälfte 2021 beruhenden Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) vom Mittwoch. In den Bereichen Gastronomie und Beherbergung verdient sogar jeder und jede Dritte (35,5 Prozent) wegen der Folgen der Pandemie weniger.

Auch wer sowieso schon eine magere Lohntüte hat, wird finanziell von der Pandemie überdurchschnittlich stark gebeutelt. Jeder Fünfte (19,5 Prozent) beklagt Einbussen, ebenso wie ein Sechstel (16,7 Prozent) der ausländischen Wohnbevölkerung. In der öffentlichen Verwaltung und im Bereich Erziehung und Unterricht müssen 8,2 Prozent den Gürtel enger schnallen.

Verzicht auf Freizeitaktivitäten wirkt sich auf Ausgaben aus

Dennoch nahm der Anteil Personen, die leicht oder sehr leicht über die Runden kommen, zwischen 2019 und 2021 zu. Dieser veränderte sich von 48,4 auf 57,9 Prozent. Das lässt sich gemäss BFS unter anderem mit einem häufigeren Verzicht auf Freizeitaktivitäten wie Restaurantbesuche, Sport oder kulturelle Aktivitäten erklären.

Die Gesundheitskrise hat auch negative Folgen auf die psychische Gesundheit der Bevölkerung in der Schweiz. 40,2 Prozent gaben an, dass sich die Covid-19-Pandemie negativ auf ihre Stimmungslage ausgewirkt hat.

Restaurant
Die Freizeitaktivitäten haben abgenommen. - Keystone

Der Anteil war besonders hoch bei Personen zwischen 16 und 24 Jahren (55,1 Prozent). Zudem bei Personen mit einer tertiären Ausbildung (44,8 Prozent) und den Gutverdienenden (45,1 Prozent). Gelassener sieht man die Situation in dünn besiedelten Gebieten, wo die Pandemie «nur» 36,4 Prozent der Bevölkerung aufs Gemüt schlägt.

Noch gefasster stehen Pensionierte der Gesundheitskrise gegenüber: Nur jede und jeder Vierte lässt sich vom Thema die Stimmung verderben.

Möglichkeit für Home-Office

Fast die Hälfte aller Arbeitnehmenden hatten seit Beginn der Pandemie immer oder zumindest zeitweise die Möglichkeit, Zuhause zu arbeiten. Besonders häufig arbeiteten Personen mit tertiärem Abschluss und solche mit hohen Einkommen im Home-Office, nämlich 67,7 respektive 72,3 Prozent.

Wie schon bei den Einkommenseinbussen sind auch bezüglich Home-Office Ausländer, Geringverdiener und Personen ohne obligatorische Ausbildung am stärksten benachteiligt.

Homeoffice
Eine Frau telefoniert an ihrem Arbeitsplatz im Homeoffice. (Symbolbild) - sda - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Bei vielen Befragten hat sich die Sorge um den Arbeitsplatz gegenüber dem Beginn der Pandemie verringert. Während des partiellen Lockdowns schätzten 53,3 Prozent das Risiko, den Arbeitsplatz zu verlieren, als sehr gering ein. In der ersten Hälfte dieses Jahres stieg der Anteil dieser «Sorglosen» auf 60,5 Prozent. Vor Covid-19 waren es allerdings noch bedeutend mehr, nämlich 64,6 Prozent.

Auch hier galt: Je höher Bildung und Einkommen, desto geringer die Sorge um den Arbeitsplatz.

Glücklichsein nimmt bei Menschen seit Corona-Pandemie ab

Seit Beginn der Gesundheitskrise nahm der Anteil Personen, die sich ständig oder häufig glücklich fühlen, signifikant ab. Er betrug in der ersten Jahreshälfte 2021 noch 73,9 Prozent. Vor dem partiellen Lockdown betrug er noch fast 80 Prozent.

Sehr zufrieden mit ihrem momentanen Leben waren vor der Krise 40,7 Prozent, mittlerweile sind es nur noch 36,6 Prozent. Konstant blieb nur die Zufriedenheit mit den persönlichen Beziehungen und der eigenen Gesundheit.

Entgegen der vielen Trollkommentare in den sozialen Medien ist die Mehrheit der Bevölkerung recht zufrieden mit der Regierung. Vor dem Lockdown hatten 47,5 Prozent der Bevölkerung hohes Vertrauen ins System, während des Lockdowns waren es schon 54 Prozent. Im ersten Halbjahr 2021 ist diese Rate gemäss BFS zwar etwas zurückgegangen.

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