Crans-Montana: Opferanwalt sammelt Beweise auf eigener Plattform
Weil er mit den offiziellen Ermittlungsbehörden nicht zufrieden ist, sammelt ein Anwalt nun auf eigene Faust Hinweise zur Brandkatastrophe von Crans-Montana.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Opferanwalt sammelt online Hinweise zur Brandkatastrophe von Crans-Montana.
- Er kritisiert immer wieder die Arbeit der offiziellen Ermittlungsbehörden.
- Die Anwälte der Barbetreiber wollen die Website sperren lassen.
Schon kurz nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana in der Silvesternacht kursierten auf Social Media etliche Bilder und Videos des Unglücksmoments.
Anhand solcher Aufnahmen wurde auch recht schnell klar, was wahrscheinlich den Brand ausgelöst hat: Brennende Wunderkerzen, auf Champagnerflaschen montiert, die der leicht brennbaren Schaumstoffdecke zu nah kamen.
Bilder, Videos oder sonstige Informationen, die für die Ermittlungen relevant sein könnten, sammelt nun die Internetseite crans.merkt.ch. Sie wurde vom Genfer Opferanwalt Romain Jordan ins Leben gerufen, berichten die CH-Media-Zeitungen.
Romain Jordan vertritt einige der Opferfamilien im Fall Crans-Montana. Er äusserte zuletzt immer wieder Kritik an den Ermittlungsbehörden. Nun sucht der Anwalt auf eigene Faust nach neuen Erkenntnissen.
Mit der Lancierung der Website will Jordan Zeuginnen und Zeuginnen dazu aufrufen, ihn bei den Ermittlungen zu unterstützen. Wie er versichert, unter völliger Vertraulichkeit und Anonymität. Demnach ist die Website mit Militärstandard verschlüsselt. Er selbst sieht sich dem Anwaltsgeheimnis verpflichtet.
Der Anwalt sammelt jedoch nicht nur Aufnahmen oder Hinweise aus der Unglücksnacht. Er habe auch Interesse an älteren Videos aus dem «Le Constellation», sagte Jordan gegenüber «Léman Bleu».
Opferanwalt will Antworten liefern – Moretti-Anwälte fordern Sperrung
Romain Jordan betont, die staatlichen Ermittlungsbehörden weder konkurrieren noch ersetzen zu wollen. «Aber wir wollen den Opfern Antworten liefern. Viele Personen haben mich kontaktiert, weil sie den Opferfamilien helfen wollen.»
Gar nicht gut kommt das Vorgehen Jordans bei den Anwälten des Moretti-Ehepaars an, welches die Bar geführt hat. Wie «Le Temps» berichtet, haben diese bei der Staatsanwaltschaft beantragt, die Seite zu sperren.
Dem Antrag wurde bis jetzt aber wohl noch nicht stattgegeben. Am Samstagnachmittag war die Seite zumindest noch aufrufbar.
















