Macron stellt europäische Atomschirme neu auf
Emmanuel Macron kündigte auf Île Longue den Ausbau der französischen Atomstreitkräfte an und will Europa einen zweiten Abschreckungspfeiler sichern.

Emmanuel Macron hielt am 2. März auf dem U-Boot-Stützpunkt Île Longue eine Grundsatzrede zur französischen Nuklearstrategie, berichtet «Le Monde». Paris bezeichnet dies als Schritt hin zu einer sogenannten «dissuasion avancée», wie die «Tagesschau» ergänzt.
Macron betonte dort, dass die französische Atombewaffnung weiterhin unter seiner alleinigen Entscheidungsgewalt bleibe. «Le Monde» zitiert ihn indirekt: Auch künftig gebe es keine Parteiteilung der Entscheidung über den Einsatz von Kernwaffen.
Macron kündigte laut französischer Presse eine langfristige Erweiterung der französischen Atomstreitkräfte an. Nach «Ouest‑France» steigt die Zahl der französischen Sprengköpfe schrittweise an, ohne dass Paris dazu noch konkrete Zahlen veröffentlichen will.
Macron will nukleare Abschreckung Europas stärken
Der Präsident argumentierte, eine grössere nukleare Kapazität diene der Abschreckung angesichts der «brutalisierten» Weltlage. Laut «Le Figaro» betonte er, dass die Sicherheit Europas nicht nur auf den US‑Nuklearschirm angewiesen sein dürfe.

Macron schlug laut mehreren deutschen Medien eine engere Zusammenarbeit mit ausgewählten europäischen Partnern im Bereich nukleare Abschreckung vor. Die «Deutsche Welle» berichtet, Frankreich sei bereit, gemeinsame Übungen und verstärkten Einsatz seiner Luft‑ und Seestreitkräfte in Europa anzubieten.
Ziel sei laut Macron, einen zweiten europäischen Abschreckungspfeiler neben dem US‑Beitrag zur NATO zu schaffen. Laut «Ouest‑France» sollen die Partner zwar in die Planung und Übungen einbezogen werden, der endgültige Einsatzbefehl bleibe jedoch französisch.
Berlin und Paris planen gemeinsame Nuklearübungen
Die «FAZ» schreibt, Berlin und Paris strebten in den kommenden Monaten konkrete militärische Übungsformate an. Dabei sollen gemeinsame Szenarien und konventionelle Beteiligung an französischen Nuklearübungen die europäische Zusammenarbeit stärken.
Ohne eine grössere strategische Neuorientierung der NATO bleibt die US‑nukleare Abschreckung das zentrale Bündnisschirm. Laut «tagesschau.de» warnen Experten vor Missverständnissen und betonen, Frankreichs Atomkraft sei ein ergänzender, kein ersetzender Beitrag zur NATO‑Abschreckung.












