Crans-Montana: IT-Chaos soll Brandschutzkontrollen verhindert haben
Nicht nur die Bar «Le Constellation», sondern auch andere Gebäude in Crans-Montana wurden jahrelang nicht kontrolliert. Schuld daran war ein IT-Chaos.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein IT-Zusammenbruch führte dazu, dass Brandschutzkontrollen über Jahre hinweg ausblieben.
- Ein Informatiker verwaltete die Daten der Einsatzkräfte allein und unkontrolliert.
- Wichtige Daten gingen offenbar verloren gingen.
Jahrelang blieb die Inferno-Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS ohne Brandschutzkontrolle. Die Hintergründe werden jetzt untersucht.
Informatikpanne legte das Lauffeuer
Der Ursprung des Chaos liegt bereits Jahre zurück, berichtet nun die «Sonntagszeitung».
Ein selbstständiger Informatiker aus Sitten betreute allein die zentralen Sicherheitssysteme, darunter Software für Polizei und kantonale Feuerwehr.
Die Zusammenarbeit geriet zunehmend ins Stocken. Der Mann verlangte jedes Jahr höhere Honorare und zeigte immer verwirrteres Verhalten. Die zuständige Behördenvertreterin musste ihn einmal sogar im Wald treffen, um Probleme zu klären.
Später verbreitete der Informatiker bizarre Theorien über Satanismus und behauptete unter anderem, prominente Persönlichkeiten seien Kannibalen. Anfang 2023 wurde er verhaftet: Die Software wurde abgeschaltet.
Da er als schuldunfähig galt, wurde er nicht verurteilt.
Gemeinde und Kanton im Fokus
Der aktuelle Sicherheitschef der Gemeinde, der sein Amt im Frühling 2024 antrat, wollte Ordnung schaffen. Er hatte aber keinen Zugriff auf zentrale Informationen.
Nach der kantonsweiten Informatikpanne war nicht mehr nachvollziehbar, welche Betriebe kontrolliert worden waren. Deshalb entging auch die Bar «Le Constellation» der Überprüfung.
Er beantragte zusätzliche Stellen, um den administrativen Rückstand aufzuholen, doch die Gemeinde lehnte ab.
Die Folgen betrafen nicht nur Gastronomiebetriebe: Laut Unterlagen der «Sonntagszeitung» blieben auch Schulen und eine Jugendherberge jahrelang ungeprüft.
Der Sicherheitschef sieht den Kanton Wallis in der Verantwortung für den Datenverlust. Er habe Einsicht in das Informatiker-Dossier verlangt, erhielt sie jedoch nicht.
Nun könnten Gemeinde und Kanton für die Versäumnisse haftbar gemacht werden.

















