Crans-Montana: Gewerkschaft kritisiert Hotel-Schliessung scharf
Im Fall Crans-Montana wurde am Freitag der Sicherheitsverantwortliche der Gemeinde befragt. Nächste Woche gehen die Einvernahmen weiter, etwa mit den Morettis.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Walliser Staatsanwaltschaft hat ihre Anhörungen zu Crans-Montana wieder aufgenommen.
- Gleichzeitig steht sie unter Kritik. Es ist ein Ablehnungsantrag eingegangen.
- Alles News zur Entwicklung in der Brand-Katastrophe findest du im Nau.ch-Ticker.
Im Fall Crans-Montana fordert eine der Klägerparteien die Ablehnung sämtlicher mit dem Fall betrauten Staatsanwältinnen. Die Häufung von Fragen und Ungereimtheiten sei der Grund dafür.
Am Freitag wurde zudem der Sicherheitsverantwortliche der Gemeinde befragt. Der Mann ist seit Mai 2024 im Walliser Ferienort im Amt.
Die Gemeinde räumte wenige Tage nach dem Brand in der Bar «Le Constellation» mit 41 Toten und über 100 Verletzten in der Silvesternacht ein, dass seit 2019 keine Kontrollen mehr durchgeführt worden waren.
Nächste Woche gehen die Befragungen weiter.
Die neusten Entwicklungen zu Crans-Montana findest du im Nau.ch-Ticker:
09.58: Am Donnerstag wurde das Fünf-Sterne-Haus «Grand Hôtel du Golf & Palace» in Crans-Montana per sofort geschlossen. Wegen Sicherheitsbedenken. Konkret: Mängel in der Umsetzung von Brandschutzvorschriften.
Nun äussert sich die Gewerkschaft SCIV. In einer Medienmitteilung schreibt sie: «Heute sind es die Angestellten, die den Preis für diese schwerwiegenden Versäumnisse zahlen, obwohl sie keine Verantwortung tragen.»

Die Gewerkschaft betont: «Die Fahrlässigkeit der Eigentümer sollte nicht von den Arbeitern bezahlt werden.»
Sie verurteile aufs Schärfste die Situation, die zur Schliessung des Betriebs geführt habe, «welche eine direkte Folge der anhaltenden Missachtung der Vorschriften und Entscheidungen der zuständigen Behörden durch die Eigentümer ist.»
Schulen ungenügend kontrolliert
08:50: Neben Bars und Restaurants wurde laut «Le Nouvelliste» in Crans-Montana auch in Schulen und Veranstaltungsräumen die vorgeschriebenen jährlichen Brandschutzkontrollen nicht durchgeführt.

Aus von der Gemeinde der Justiz übergebenen Unterlagen gehe hervor dass drei Schulzentren letztmals 2017 kontrolliert worden seien. Einige zur Vermietung angebotene Säle seien gemäss Bericht nie überprüft worden andere ebenfalls zuletzt 2017.
Auf der Website der Gemeinde fehlten seit dem Brand der Bar fünf von insgesamt 19 kommunalen Mietlokalen.
07.30: Am Montagmorgen ist der ehemalige Sicherheitsverantwortliche der Gemeinde Crans-Montana vorgeladen. Der Mann hatte im Januar 2018 sowie im Juni 2019 die Sicherheitskontrollen in der Bar «Le Constellation» durchgeführt.

In beiden Fällen waren seine Empfehlungen vom Betreiber nicht umgesetzt worden. Wie sein Nachfolger gilt der Walliser im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe als Beschuldigter.
Morettis müssen wieder aussagen
06.45: Das Staatsanwaltsteam hat das Ehepaar Moretti erneut vorgeladen – für die kommende Woche. Jacques Moretti wird am Mittwoch einvernommen, seine Ehefrau am darauffolgenden Tag. Beide müssen dabei nicht nur Fragen der Staatsanwaltschaft, sondern auch jene der anwesenden Anwälte beantworten.

Jessica und Jacques Moretti unterstehen weiterhin den vom Zwangsmassnahmengericht des Kantons Wallis (ZMG) angeordneten Ersatzmassnahmen anstelle der Untersuchungshaft.















