Staatsanwaltschaft befragt Sicherheitschef nach Brandkatastrophe

Keystone-SDA
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Lens,

Die Walliser Staatsanwaltschaft hat im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe von Crans-Montana VS ihre Anhörungen wieder aufgenommen. Nach den Barbetreibern soll am Freitag der aktuelle Sicherheitsverantwortliche der Gemeinde mehrere Stunden lang angehört werden.

Crans-Montana
Die Staatsanwaltschaft wird im Crans-Montana-Fall keinen ausserordentlichen Staatsanwalt einsetzen. - keystone

Der Mann ist seit Mai 2024 im Walliser Ferienort im Amt. Am Freitag musste er insbesondere Fragen zur fehlenden Kontrolle der Brandschutzvorschriften beantworten, sowohl, im Jahr 2024 als auch 2025.

Die Gemeinde Crans-Montana räumte wenige Tage nach dem verheerenden Brand in der Bar «Le Constellation» mit 41 Toten und über 100 Verletzten in der Silvesternacht ein, dass seit 2019 keine Kontrollen mehr durchgeführt worden waren.

Der ebenfalls vorgeladene Besitzer der Bar, Jacques Moretti, sagte bei seiner Ankunft am Morgen in Sitten: «Nicht einen einzigen Moment denken wir nicht an die Opfer, nicht einen einzigen Moment – so wahr Gott helfe», sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Er versicherte zudem, dass er und seine Frau Jessica «völlig am Boden zerstört» seien und «viel» von der Anhörung des kommunalen Sicherheitschefs erwarteten. Das Ehepaar Moretti war bereits im Januar zweimal vernommen worden.

Laut der Staatsanwaltschaft werden die Anhörungen ab Montagmorgen fortgesetzt. Vorgeladen ist dann der ehemalige Sicherheitsverantwortliche der Gemeinde Crans-Montana. Der Mann hatte im Januar 2018 sowie im Juni 2019 die Sicherheitskontrollen in der Bar «Le Constellation» durchgeführt. In beiden Fällen waren seine Empfehlungen vom Betreiber nicht umgesetzt worden.

Wie sein Nachfolger gilt der Walliser im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe als Beschuldigter. Er wird erklären müssen, weshalb die Bar seit Mitte 2019 nicht mehr kontrolliert worden war.

Das für den Fall zuständige Staatsanwältinnen- und Staatsanwaltsteam hat das Ehepaar Moretti erneut vorgeladen – für die kommende Woche. Jacques Moretti wird am Mittwoch einvernommen, seine Ehefrau am darauffolgenden Tag. Beide müssen dabei nicht nur Fragen der Staatsanwaltschaft, sondern auch jene der anwesenden Anwälte beantworten.

Jessica und Jacques Moretti unterstehen weiterhin den vom Zwangsmassnahmengericht des Kantons Wallis (ZMG) angeordneten Ersatzmassnahmen anstelle der Untersuchungshaft.

Im Gegensatz zu den Anhörungen im Januar, die in den Räumlichkeiten der Staatsanwaltschaft im Zentrum von Sitten stattgefunden hatten, hat diese beschlossen, die weiteren Befragungen auf den Campus Energypolis der HES-SO Valais Wallis in Bahnhofsnähe zu verlegen.

Dort steht eine Aula mit Platz für 150 bis 180 Personen zur Verfügung. Diese Kapazität ermöglicht es, sämtliche Anwälte der Beschuldigten und der Opfer – potenziell rund 130 Personen – zusammenzubringen. Der entsprechende Gebäudetrakt wurde für die Zwecke der Ermittlungen reserviert und ist an den Anhörungstagen weder für Studierende noch für Lehrpersonen zugänglich.

Mögliche Anklagen gegen aktuelle oder ehemalige Gemeinderäte, die für die Sicherheit zuständig waren, sowie gegen Gemeindepräsidenten von Chermignon (2015–2016) und Crans-Montana (ab 2017) werden weiterhin geprüft. Zum jetzigen Zeitpunkt äussert sich die Staatsanwaltschaft dazu nicht, da die Ermittlungen noch laufen.

Bundespräsident Guy Parmelinbeuchte am Donnerstag im Mailänder Niguarda-Spital die durch den Brand in Crans-Montana VS verletzten italienischen Patienten besucht. Parmelin, der in Mailand an der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele teilnimmt, überbrachte seine Grüsse an die acht Personen, die noch auf der Intensivstation und in der Brandverletzten-Abteilung des Spitals behandelt werden.

Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) bestätigte am Freitag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA eine Meldung der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Auf der Plattform X schreibt der Bundespräsident, dass er in einem Spital in Mailand die Opfer des Brandes von Crans-Montana, ihre Angehörigen sowie das medizinische und pflegerische Personal besucht habe.

«Ich habe ihnen meinen Respekt und mein Mitgefühl sowie meinen Dank ausgesprochen. Zudem habe ich die volle Unterstützung der Schweiz bekräftigt», heisst es.

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