In Berlin müssen Lufthansa-Passagiere wegen des Coronavirus bis zu vier Stunden vor Abflug am Flughafen erscheinen. In Zürich versucht man, das zu verhindern.
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Reisende am Flughafen Zürich mit Schutzmasken gegen das Coronavirus. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Wegen der Dokumentkontrolle am Flughafen verzögert sich der Urlaub oft um mehrere Stunden.
  • Die Lufthansa bestellte darum ihre Passagiere bis zu vier Stunden vor Abflug nach Berlin.
  • Auch dem Flughafen Zürich bereiten die zahlreichen Corona-Regularien Kopfzerbrechen.

Mit den Herbstferien und dem Fortschritt der nationalen Impfkampagnen nimmt der Betrieb an den europäischen Flughäfen wieder stetig zu. Doch die jeweiligen Beschränkungen aufgrund des Coronavirus erfordern eine Vielzahl von zusätzlichen Dokumenten, die Reisende am Schalter vorweisen müssen.

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Reisende können sich direkt am Flughafen Zürich auf das Coronavirus testen lassen. Das kostet aber wieder Zeit. - Keystone

Coronavirus: Dokumentation sorgte für Wartezeiten

Der Airline-Verband warnte bereits letzte Woche, dass ohne ein einheitliches digitales System mit stundenlangen Wartezeiten gerechnet werden muss. Gestern vermeldete dann der Flughafen Berlin-Brandenburg (D) die ersten Auswüchse dieser bürokratischen Papierschlacht: Die Lufthansa bat ihre Passagiere, vier Stunden vor Abflug bereits am Terminal zu sein. Nur so könnten alle Check-Ins rechtzeitig abgewickelt werden.

Auch am Flughafen Zürich macht sich der Mehraufwand bemerkbar. Mediensprecherin Jasmin Bodmer-Breu warnt auf Anfrage: «Es kann aufgrund der erweiterten Dokumentenkontrollen in Spitzenzeiten zu Wartezeiten am Check-in oder bei der Bordkartenkontrolle kommen.»

Zwei Stunden vorher am Flughafen ZH

Ihre Terminals erwarten über die Herbstferien an Spitzentagen wieder rund 70'000 Passagiere. «Das sind ähnlich viele wie während der Sommerferien und ein leichter Anstieg im Vergleich zu den letzten Tagen und Wochen. Das erwartete Passagieraufkommen entspricht ca. 65 bis 70 Prozent gegenüber der Vor-Krisenzeit.»

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Das Passagieraufkommen am Flughafen Zürich ist zum Ferienstart deutlich angestiegen. Es liegt aber immer noch deutlich unter den Vorjahren. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/WALTER BIERI

Genau mit so einer Passagierzahl hatte der Airline-Verbandschef Conrad Clifford letzte Woche sein Horror-Szenario vorgerechnet. «Unsere Modelle sagen vorher, dass man ohne Verbesserungen mit den aktuellen Prozessen fünfeinhalb Stunden an Flughäfen verbringen könnte». Ausgegangen war sein Verband von 75 Prozent Auslastung gegenüber dem Vorkrisen-Niveau.

So schlimm ist die Situation in Zürich aber nicht, beruhigt Bodmer-Breu. Mindestens zwei Stunden vor Abflug seien im Normalfall genügend. «Wichtig bleibt, sich vorab gut über die geltenden Bestimmungen im Zielland zu informieren und alle erforderlichen Dokumente am Check-in bereitzuhalten.»

Swiss: «Überblick sehr komplex»

Das macht insbesondere das Leben der Swiss einfacher. Die Fluggesellschaft beschreibt auf Anfrage den Überblick über alle einzelnen Regularien zum Coronavirus als «sehr komplex».

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Die Swiss ist froh, wenn man alle benötigten Dokumente am Schalter bereithält. - Keystone

«Die Anforderungen führen ganz allgemein zu zusätzlichem Aufwand beim Check-In, da alle erforderlichen Dokumente kontrolliert werden müssen». Das schreibt Sprecherin Elena Stern. Es könne zeitlich begrenzt zu Engpässen kommen, insbesondere wenn Gäste zu knapp am Flughafen erscheinen.

Sind sie seit Februar 2020 ins Ausland geflogen?

Man versuche aber, die Personalplanung entsprechend auszurichten. «Wir verzeichnen für die Herbstferienzeit durchaus eine erhöhte Nachfrage, zum Beispiel nach Grossbritannien und Skandinavien. Auch der Mittelmeerraum ist jedoch weiterhin beliebt, also Spanien, Griechenland, Portugal und Italien.» Wer kann, solle im Voraus online einchecken und die zu prüfenden Dokumente digital kontrollieren lassen.

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