Seit heute gilt an den Aargauer Schulen eine Maskentragpflicht wegen des Coronavirus. Doch Lehrer werden von aggressiven Skeptiker-Eltern unter Druck gesetzt.
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An vielen Schweizer Schulen herrscht wieder Maskentragpflicht. - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Kanton Aargau gilt seit heute ab der 1. Klasse eine Maskentragpflicht für Kinder.
  • Die Lehrer beklagen jetzt, von maskenkritischen Eltern aggressiv angegangen zu werden.
  • Der Lehrerverband ist sauer und muss sich gegen juristische Drohungen wehren.

Ab heute Montag wird der Unterricht an allen Aargauer Schulen wegen des Coronavirus nur noch maskiert bestritten. Die Maskenpflicht gilt für alle Kinder bis auf Weiteres in Innenräumen ab der 1. Klasse.

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Lehrer sind seit heute verpflichtet, an Aargauer Schulen die Maskenpflicht durchzusetzen. - AFP/Archiv

Der Aargauische Lehrerinnen- und Lehrerverband (ALV) beklagt jetzt in einer Mitteilung, deswegen von Eltern «offensiv, ja aggressiv» angegangen zu werden. Es sei zwar zu erwarten gewesen, dass der Schritt nicht allen gefalle. Doch die Druckversuche hätten «eine neue Dimension» und seien «völlig inakzeptabel!»

Eltern setzten Lehrer unter Druck

Den Lehrern werden dabei offenbar immer wieder juristische Konsequenzen angedroht. So sollen sie beispielsweise ein Leben lang haftbar für gesundheitliche Schäden der Maske bei Kindern sein. Das ist natürlich falsch, doch der Verband sah sich deswegen genötigt, die rechtlichen Lage im Kanton im Detail zu erläutern. Gleichzeitig marschierte am Montagmorgen eine Gruppe von Maskenkritikern durch Aaraus Altstadt.

Eltern hätten kein Recht, auf die Didaktik der Lehrperson Einfluss zu nehmen, stellt der Verband klar. Denn offenbar versuchen viele Eltern, für ihr Kind beim Klassenlehrer eine didaktisch begründete Ausnahme geltend zu machen. Doch solche Ausnahmen seien strikt definiert.

Maskendispensen können zudem nur von Ärzten gewährt werden. Weil aber die wildesten Attestvorlagen im Netz kursieren, betont der ALV, Arztzeugnisse auch ablehnen zu können.

Coronavirus: Am besten keine Diskussionen

Die Druckversuche seien schlimm und Schulleitungen seien «verpflichtet, solcherlei Einmischungen zu unterbinden». Sowieso sollen sich Schulleitungen in solchen Situationen vor die Lehrer stellen und sie schützen.

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Coronavirus: Für zahlreiche Schüler hat der Unterricht diese Woche wieder begonnen - afp

Gleichzeitig warnt sie: «Wenn eine Lehrperson die Maskentragpflicht nicht einfordert, verstösst sie gegen eine Weisung und wird potenziell haftpflichtig».

Schützen wir unsere Kinder genug vor dem Coronavirus?

Auch Lehrer dürfen sich nicht über eine rechtsstaatliche Anordnung hinwegsetzen. «Zwar haben Lehrpersonen weiterhin die Meinungsfreiheit, doch gibt es Grenzen.» Der ALV empfiehlt darum Schulleitungen und Lehrern, sich bei dem Thema Coronavirus am besten auf gar keine Diskussion einzulassen.

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