Der Kanton Graubünden ruft alle im Kanton wohnhaften Pflegepersonen dazu auf, sich zu melden. Grund sind befürchtete personelle Engpässe wegen des Coronavirus.
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Weltweit haben Spitäler mit Pflegekräftemangel zu kämpfen. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ausgebildetes Pflegepersonal im Kanton Graubünden ist dazu aufgerufen, sich zu melden.
  • Auch Personen, die nicht mehr im Beruf arbeiten, könnten verpflichtet werden.

Die Anzahl Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in der Schweiz in die Höhe geschnellt. Jetzt fürchtet der Kanton Graubünden, dass die personellen Ressourcen in der medizinischen Versorgung an ihre Grenzen stossen. Denn die Lage ist angespannt und es drohen personelle Engpässe.

Ausgebildete sollen bei Bekämpfung des Coronavirus helfen

Deshalb richtet die Regierung jetzt einen Aufruf an alle Personen mit Wohnsitz im Kanton, die zwar einen Abschluss als Pflegefachperson haben, aber nicht auf dem Beruf arbeiten: Sie fordert Krankenpflegerinnen und -pfleger, Pflege- und Gesundheitsfachleute sowie Personen mit Nursing-Abschlüssen auf, sich «zwingend» beim Kanton zu melden. Dies im Hinblick auf eine allfällige spätere Verpflichtung zu einem Einsatz, wie der Kanton in einer Mitteilung schreibt.

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Bündner Pflegefachleute, die nicht auf ihrem Beruf arbeiten, werden aufgrund des Coronavirus im Notfall zu Einsätzen im Gesundheitswesen aufgeboten. (Symbolbild) - sda - KEYSTONE/LAURENT GILLIERON

Vom Aufruf ausgenommen sind Menschen, die einer Risikogruppe angehören. Für die Anmeldung ist auf der Homepage des Kantons ein Formular aufgeschaltet.

Laut Gesundheitsgesetz kann der Kanton Gesundheitsfachpersonen dazu verpflichten, bei der Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen mitzuwirken.

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