Der Bundesrat will das Covid-Zertifikat auf Restaurants ausweiten. Im Kanton Bern haben sich Impf-Registrierungen innerhalb 24 Stunden rund verdreifacht.
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Gesundheitsminister Alain Berset will die Zertifikats-Pflicht ausweiten. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kantone Zürich und Aargau verzeichnen mehr Registrierungen und Impfungen.
  • Im Kanton Bern haben sich die Registrierungen gar verdreifacht.
  • Man habe noch viele Kapazitäten, verspricht der Kanton Bern.

Geht es nach dem Bundesrat, soll die 3G-Regel (genesen, geimpft, getestet) ausgeweitet werden. Bald könnten auch Innenräume von Restaurants und Bars nur noch mit einem Covid-Zertifikat besucht werden können. Dies hat der Rat den Kantonen und Sozialpartnern zur Konsultation unterbreitet.

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Menschen essen in einem Restaurant zu Mittag. (Symbolbild) - dpa

Auch Veranstaltungen wie Konzerte, Theater, aber auch Kinobesuche oder Privatanlässe sollen nur noch mit Zertifikat möglich sein.

Coronavirus: Druck wirkt

Der Blick in die Kantone zeigt aber: Der Druck auf die Nichtgeimpften zeigt Wirkung. So verzeichnet etwa der Kanton Zürich «erfreulicherweise bereits seit rund zwei Wochen eine Nachfragesteigerung nach Impfterminen». Und man gehe davon aus, «dass diese aufgrund des gestrigen Entscheides des Bundesrates weiter ansteigt.» So erklärt Jérôme Weber, Mediensprecher der Zürcher Gesundheitsdirektion.

Auch im Kanton Bern stellt man eine Zunahme der Impfungen gegen das Coronavirus seit dem 13. August fest. Überrannt werde man aber nicht, meint Gundekar Giebel, Medienverantwortlicher der Gesundheitsdirektion Bern.

Rund dreimal mehr Registrierungen in Bern

In den letzten 24 Stunden wurden gar rund 700 neue Registrierungen verzeichnet. «Das sind viel», meint Giebel. In den Tagen zuvor lagen diese durchschnittlich bei rund 200 bis 300 Registrierungen - eine Verdreifachung. «Das ist eine erfreuliche Entwicklung», freut sich Giebel.

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Eine Person wird gegen das Coronavirus geimpft. - dpa

Woran das genau liege, sei aber schwierig zu beantworten. Man habe einerseits sehr viele Motivations-Kampagnen lanciert. Immer mehr Leute seien geimpft – auch viele Junge. Und besonders diese Gruppe würde schauen, was ihre Kollegen machen.

Schaut man in den Kanton Aargau, stellt man eine ähnliche Entwicklung fest. In den Vorwochen waren es gemäss Daten des Kantons durchschnittlich 700 bis 800 Erstimpfungen pro Tag. Letzte Woche verzeichnete der Kanton im täglichen Durchschnitt rund 950 Erstimpfungen gegen das Coronavirus. Auch zu Beginn dieser Woche sind die Zahlen deutlich höher als noch in der Vorwoche.

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Noch viele Kapazitäten

Ob die Zertifikats-Regel in Restaurants einen neuen Impf-Boom auslöst, lässt sich jedoch noch nicht beantworten. Giebel rechnet jedenfalls nicht damit, dass man an die Kapazitätsgrenzen stossen werde. Obwohl mehrere Impfzentren in Bern ab Freitag zu sind, habe man noch viele Kapazitäten.

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Obwohl das Impfzentrum Bernexpo ab Freitag geschlossen wird, habe man noch genügend Kapazitäten. - Nau.ch

Und auch in Zürich ist man überzeugt, dass man nicht mehr die gleiche Kapazität wie in den vergangenen Monaten benötige. «Wir stellen sicher, dass alle Menschen, welche sich noch impfen lassen möchten, dies auch tun können», so Weber. Mit Impf-Mobilen bringe man zudem das Impfangebot näher an die Menschen.

Unklar bleibt, wann genau der Bundesrat diesen nächsten Verschärfung-Schritt umsetzen will. Die Konsultation endet am nächsten Montag.

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