Coronavirus

    Coronavirus: Impfung trotz Ny-Variante sinnvoll, erklärt Taskforce

    Keystone-SDA
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    Bern,

    Auch wenn die neue «Ny»-Variante des Coronavirus womöglich resistenter gegen Impfstoffe ist, macht die Impfung dennoch Sinn, erklärt die Taskforce des Bundes.

    Coronavirus Variante
    Ein Mitarbeiter zeigt einen Abstrich für einen Test auf das Coronavirus. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Ny-Variante bereitet wegen ihrer vermuteten Resistenz gegen Impfstoffe Sorgen.
    • Gemäss der Corona-Taskforce des Bundes gibt es jedoch noch nicht genügend Daten.
    • Daher sei eine Impfung auf jeden Fall weiterhin sinnvoll.

    Mehrere Staaten und die EU haben wegen einer neuen Coronavirus-Variante aus Südafrika die Flugreisen eingeschränkt. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) analysiert momentan die Lage. Massnahmen ergriff es noch nicht.

    Die wissenschaftliche Taskforce des Bundes teilte auf Anfrage mit, die neue Ny-Variante verbreite sich schnell. Verglichen mit der aktuell in der Schweiz vorherrschenden Delta-Mutation des Coronavirus sei ihr Potenzial, die Impfabwehr zu durchbrechen, grösser. Allerdings seien die Fallzahlen in Südafrika noch recht niedrig, obwohl sich die sogenannte Ny-Variante dort gegen Delta durchzusetzen scheine.

    Coronavirus Südafrika
    Die neue Variante des Coronavirus wurde in Südafrika entdeckt. (Symbolbild) - dpa

    Unter welchen Bedingungen sich diese Variante schneller überträgt als Delta, ist im Moment unklar. Das könnte gemäss Taskforce zum Beispiel von der Durchimpfung abhängen.

    Ny unterscheidet sich stark von früheren Varianten

    Richard Neher, der Varianten-Experte der Taskforce, erklärte: Die neue Variante des Coronavirus unterscheide sich an vielen Stellen im Spike-Protein von den ursprünglichen Varianten. Zudem kombiniere sie viele Mutationen, die aus anderen besorgniserregenden Varianten bekannt sind.

    Bereitet Ihnen die Ny-Variante Sorgen?

    Viele dieser Veränderungen betreffen laut Neher Stellen in dem Protein, an welche Antikörper anbinden. Damit sei vorstellbar, dass die Variante «sowohl sehr übertragbar ist, als auch Teilen der Immunantwort entkommt».

    Erst wenige Daten zu neuer Mutation des Coronavirus

    Die Berner Epidemiologin Emma Hodcroft sagte in einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen, über die Ny-Variante gebe es noch wenige Daten. Die zahlreichen Mutationen an dem Virus könnten es dem Immunsystem erschweren, es zu erkennen. Allerdings seien dies Laborergebnisse, und das Immunsystem sei zu kompliziert, um sich im Labor nachbilden zu lassen.

    Die Impfung bleibe aber in jedem Fall sinnvoll, sagte Hodcroft. Möglicherweise werde sie gegen die Ny-Mutation weniger effektiv sein. Es sei aber unwahrscheinlich, dass sie komplett nutzlos werde.

    Reisebeschränkung
    Mitarbeiter der südafrikanischen Fluglinie SAA am Flughafen von Johannesburg - AFP

    Verschiedene europäische Länder und die EU verfügten am Freitag Einschränkungen für Flüge aus verschiedenen Ländern im südlichen Afrika. Die Lufthansa und ihre Tochter Swiss fliegen weiter, verschärfen ersten Angaben zufolge aber die Hygiene-Vorschriften.

    Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfahl wissenschaftlich fundierte Massnahmen und Risikobewertungen, aber keine Reisebeschränkungen. Sie wird die Ansteckungsgefahr durch die neue Variante in der nächsten Zeit einschätzen.

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