Coronavirus

    Coronavirus: Gefakte Zertifikate in Romandie nur Spitze des Eisbergs?

    Andrea Schweizer
    Andrea Schweizer

    Bern,

    Wer ins Restaurant will, der braucht ein Covid-Zertifikat. Fälscher machten mit dem Coronavirus in der Westschweiz grosses Geld. Und in der Deutschschweiz?

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    Nicht überall werden Originale des Covid-Zertifikats ausgestellt. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In der Westschweiz trieben Zertifikatsfälscher ihr Unwesen.
    • In der Waadt und in Genf wurden fast 200 gefälschte Zertifikate ausgestellt.
    • Die Deutschschweizer Polizei hat bisher keine Kenntnis über solche Fälle.

    Das Covid-Zertifikat ist derzeit unerlässlich für all jene, die am sozialen Leben teilhaben wollen. Dass dies noch lange kein Grund für die Impfung ist, zeigen Fälle aus der Waadt und Genf.

    coronavirus zertifikat
    Das Covid-Zertifikat gewinnt an Bedeutung: Ab heute kommt man ohne das Dokument vielerorts nicht mehr rein. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/GAETAN BALLY

    Dort stellten Apotheken-Mitarbeitende und ein Fälscherring fast 200 gefälschte Zertifikate aus. Die Käufer waren meist weder getestet noch gegen das Coronavirus geimpft. In der Deutschschweiz hat man aber – bisher – keine Zertifikatsfälscher erwischt.

    Das Geschäft mit dem Coronavirus

    400 Franken bezahlten Ungeimpfte für das gefälschte Covid-Zertifikat. Abgezockt wurden dabei sogar Familienangehörige, wie der Genfer Generalstaatsanwalt Olivier Jornot vergangenen Freitag an einer Medienkonferenz sagte. Für die Fälschung verantwortlich waren Angestellte in Apotheken, Zivildienstleistende in Impfzentren und ein Fälscherring.

    Erst die laufenden Ermittlungen würden Aufschluss über das Ausmass der Betrügerei liefern. Dies sagte die Kantonspolizei Waadt gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

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    In den Kantonen Genf und Waadt wurden Hunderte gefälschte Covid-Zertifikate ausgestellt. Zum Teil wurden diese zu einem Preis von bis zu 400 Franken verkauft. (Symbolbild) - sda - Keystone/CHRISTIAN BEUTLER

    Wie Recherchen von Nau.ch ergaben, handelt es sich beim Covid-Betrug wohl um ein Problem der Westschweiz. Mehrere Kantone der Deutschschweiz haben bisher keine Meldung zu gefälschten Zertifikaten erhalten.

    Darunter etwa der Kanton Bern. Die Medienstelle weiss von keinem einzigen Fall, in dem Fälscher am Werk gewesen wären. Das Gleiche sagt auch Carmen Surber von der Kantonspolizei Zürich. «Uns sind bisher keine vergleichbaren Fälle im Kanton Zürich bekannt.»

    Keine Fälscher in der Deutschschweiz

    Auch im Kanton Aargau weiss man nichts von Fälscherbanden. «Bis dato sind uns keine entsprechenden Vorfälle bekannt», sagt die Kommunikations-Dienstchefin Adj Corina Winkler. Ähnlich klingt es auch bei der Polizei im Kanton Graubünden.

    Was halten Sie vom Covid-Zertifikat?

    «Der Kantonspolizei sind keine gleich gelagerten Fälle bekannt. Noch gingen diesbezüglich keine Anzeigen bei der Kapo ein», sagt Mediensprecher Markus Walser auf Anfrage. Dasselbe berichtet auch Mediensprecherin Astrid Bucher von der Kantonspolizei Solothurn.

    Geld- oder Freiheitsstrafe

    Der Fälscherring in der Westschweiz scheint bisher eine Ausnahme zu sein – oder Betrüger aus der Deutschschweiz blieben bislang unbemerkt.

    Auf die mutmasslichen Betrüger kommt nach abgeschlossenem Verfahren eine Strafe zu. Dabei dürfte es sich entweder um eine Geld- oder aber um eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren handeln.

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