Migros

Chef von Migros über Brot-Preise: «Haben zwangsmässig nachgezogen»

Antun Boskovic
Antun Boskovic

Zürich,

Mitte Oktober hatten Lidl und Aldi den Preis für gewisse Brot-Pfünderli auf 99 Rappen gesenkt. Der Chef der Migros erklärt, wieso man nachgezogen ist.

Migros Mario Irminger
Mario Irminger, Präsident der Generaldirektion MGB, hat sich zum Billig-Brot-Preis geäussert. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Migros und Coop bieten wegen Lidl und Aldi auch Pfünderli für nur einen Franken an.
  • Weil sich der Marktpreis verändert hat, hat die Migros laut Chef Irminger nachgezogen.
  • «Solche Aktivitäten können wir eigentlich überhaupt nicht unterstützen», erklärt er.

Mitte Oktober brach in der Schweiz ein regelrechter Preiskampf der Detailhändler um Brot aus. Zunächst sanken die Brotpreise für gewisse Pfünderli bei den Discountern Lidl und Aldi auf 99 Rappen.

Die Antwort der Detailhandels-Riesen Migros und Coop liess aber nicht lange auf sich warten: Seither bieten auch sie Pfünderli für nur einen Franken an. Dies alles zum Ärger der meisten Bäckereien.

Brot für 1 Franken in den Supermärkten – findest du das gut?

«Wir haben zwangsmässig nachgezogen, weil sich der Marktpreis verändert hat.» Das erklärt nun Migros-Chef Mario Irminger im «Eco Talk» von SRF.

Migros-Chef über Brot-Preis-Senkungen: «Finden wir falsch»

«Solche Aktivitäten können wir eigentlich überhaupt nicht unterstützen, wir finden sie auch falsch.» Und dennoch hat der orange Riese die Brot-Preise gesenkt.

Irminger erklärt in dem Gespräch an dem Beispiel Brot, dass gewisse Produkte quersubventioniert sind. «Es ist die Idee eines Supermarktes, dass das so ist.»

Vor rund einem Jahr hatte der orange Riese zudem die Preise von rund 1000 Produkten gesenkt. Damit es «keinen Grund mehr» gebe, «zum Discounter zu gehen».

In der Vergangenheit hätten die etablierten Detailhändler unterschätzt, wie stark Aldi und Lidl ihren Fokus auf das Frische-Sortiment legen.

«Wir müssen dort wieder besser werden. Wir haben noch grosse Möglichkeiten, effizienter zu sein», so Irminger.

Migros will 2,5 Prozent Profitabilität erreichen

Bei den entsprechenden «Tiefpreis»-Produkten gibt es bei der Migros laut Irminger «überproportionale Mengenzuwächse».

Was jedoch nicht bedeute, dass die Detailhändlerin in diesen Produktbereichen auch bereits Marktanteile gewonnen habe.

Weil die Migros in die Preis-Senkungen 500 Millionen Franken investiert habe, habe man an Profitabilität eingebüsst.

«Diese müssen wir uns wieder erarbeiten.» Ziel: 2,5 Prozent wie bei Coop. Dies soll in vier bis fünf Jahren erreicht werden.

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Nau.ch hat in Zürich Passanten gefragt, was sie vom 99-Rappen-Brot bei Aldi halten. Die meisten sind skeptisch. (Video von Mitte Oktober 2025) - Nau.ch / Nico Leuthold

Jörg Staudacher vom Institut für Vertrieb und Handel glaubt nicht daran, dass die Tiefpreis-Strategie aufgeht: «Die Migros zieht vor allem Schnäppchenjäger an, die illoyal sind. Und erzieht die Kundschaft quasi auf den Preis», erklärt er in der Sendung.

Irminger hingegen entgegnet, dass man ja nur einen Bruchteil der Produkte vergünstigt habe – nämlich 1000 von 12'000 Artikeln. Ausserdem sei das nur ein Teil der neuen Strategie.

Kommentare

User #5499 (nicht angemeldet)

Die Personalpolitik der Migros ist einfach unter der Gürtellinie. Wir haben beschlossen nur noch das allernötige in der Migros zu kaufen.

User #2346 (nicht angemeldet)

Migros ist eine Genossenschaft! Ihr zwack ist es, Lebensmitteln zu fairen Preisen zu verkaufen. Nun Zeigt sich, dass ihr Brot jahrelang überteuert war. Wie sich Zeigt können sie ja das Brot günstiger anbieten. Eine Schande, dass sowas noch eine Genossenschaft sein darf! Danke Lidl

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