Bundesrätin Baume-Schneider will besseren Schutz
Die Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider fordert einen besseren Schutz vor sexueller Gewalt in der Schweiz.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider sieht Verbesserungspotenzial für den Schutz vor sexueller Gewalt in der Schweiz
- Sie fordert unter anderem «mehr Prävention durch Aufklärung».
- Im Interview mit Blick warnt sie: «Chemische Unterwerfung und Vergewaltigungen können überall passieren – auch mit Schweizer Bürgern als Tätern.»
Jüngst bekannt gewordene Fälle in der Schweiz haben dazu geführt, dass Gewalt gegen Frauen eine neue Dringlichkeit erhalten hat. Gerade sexuelle Gewalttaten mittels chemischer Substanzen – also K.-o.-Tropfen, haben Schlagzeilen gemacht.
Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider macht sich für einen stärkeren Schutz vor sexueller Gewalt stark. Im Interview mit dem «Blick» forderte die Gesundheitsministerin klare Massnahmen.
Der Schutz sei zwar im Gesetz verankert, sagt Baume-Schneider. Denn laut Gesetz ist es verboten, einer Person Substanzen zu verabreichen, um sie hilflos oder fügsam zu machen. Aber die Gesundheitsministerin sieht noch Verbesserungspotenzial.
Baum-Schneider sagt im Interview mit «Blick»: Es brauche Strafbehörden, die die Taten konsequent verfolgen, und es brauche Weiterbildungen für Fachpersonal. Ausserdem brauche es mehr Prävention durch Aufklärung.
Es ist ein strukturelles Problem
Bisher sei in der Öffentlichkeit zu wenig bekannt gewesen, dass K.-o.-Tropfen nicht nur im Ausgang ein Problem seien. Baume-Schneider: «Die jüngsten Fälle zeigen: Chemische Unterwerfung passiert auch zu Hause, in der Familie.»
Gewalt gegen Frauen ist laut Baume-Schneider ein strukturelles Problem, das die gesamte Gesellschaft betreffe. «Chemische Unterwerfung und Vergewaltigungen können überall passieren – auch mit Schweizer Bürgern als Tätern», sagte die Bundesrätin.
Es sei wichtig, dass Betroffene nicht zögern, Hilfe zu holen und sofort ein Spital aufzusuchen, so Baume-Schneider. Denn K.-o.-Tropfen sind zum Teil nur sechs Stunden lang nachweisbar.
Seit diesem Frühling gibt es die Opferhilfe Nummer 142. Laut Baume-Schneider gab es schon jetzt mehrere tausend Anrufe.















