Bundesrat

    Bundesrat Rösti: «Derart heftige Hitze hätte ich nicht erwartet»

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA, Vivian Balsiger

    Bern,

    Klimaziel in Gefahr: Bundesrat Albert Rösti warnt, dass die Schweiz ihr Ziel für 2030 verfehlen könnte. Wegen Sparmassnahmen fehlt das nötige Geld.

    rösti
    Bundesrat Albert Rösti warnt, dass die Schweiz ihr Ziel für 2030 verfehlen könnte. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Schweiz könnte ihr Klimaziel 2030 wegen fehlender Mittel verfehlen.
    • Bundesrat Albert Rösti zweifelt, ob die Welt bis 2050 klimaneutral werden kann.
    • Die Schweiz setzt stärker auf Anpassung an den Klimawandel.

    Für die Schweiz wird es schwierig sein, das für 2030 festgelegte Klimaziel zu erreichen.

    Das sagt der für Umweltfragen zuständige Bundesrat Albert Rösti in einem Interview mit «Le Temps».

    ziele
    Bundesrat Albert Rösti warnt: Die Schweiz könnte ihre Klimaziele bis 2030 nicht erreichen. - keystone

    Ein erheblicher Teil der CO₂-Reduktionen erfolge über den Kauf von Emissionszertifikaten im Ausland. Deshalb sehe er nicht, wie der Bund zusätzlich benötigte 300 bis 400 Millionen aufbringen könne.

    Der Chef des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) warnt: «Wenn wir das Ziel für 2030 verfehlen, müssen die Massnahmen im folgenden Jahrzehnt verstärkt werden.»

    «Mehr Einnahmen generieren»

    «Ein Ansatz wäre, das Emissionshandelssystem auf Gebäude und den Verkehr auszuweiten, um mehr Einnahmen zu generieren», so Rösti.

    Vor diesem Hintergrund bereitet der SVP-Bundesrat ein neues CO2-Gesetz für den Zeitraum 2030–2040 vor. »Es wird in Kürze in die Vernehmlassung gegeben.»

    rösti
    Rösti betont, dass die Schweiz allein den weltweiten Klimawandel nicht stoppen könne. - keystone

    Zudem soll der Fonds des Bundesamtes für Umwelt um 30 Millionen Franken aufgestockt werden. Damit sollen bestimmte Anpassungsprojekte im Rahmen der neuen Gesetzgebung unterstützt werden. «Wir müssen die Mittel für die Anpassung erhöhen, ohne die Mittel für die Emissionskürzung zu kürzen.»

    Schweiz tut schon sehr viel

    Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» verteidigt Rösti in einem ebenfalls am Donnerstag veröffentlichten Interview die Klima-Politik der Schweiz. Sie unternehme bereits sehr viel.

    «Wir müssen Vorbild sein, auf fossile Energien verzichten und Innovationen entwickeln, die international eine breite Wirkung entfalten können. In den vergangenen zwei Jahren haben wir das CO₂-Gesetz und das Klima- und Innovationsgesetz umgesetzt. Hinzu kommen das Stromgesetz sowie Regelungen für die Kreislaufwirtschaft, die diese Entwicklungen fördern.»

    Wenn er die internationalen Klimakonferenzen verfolge, habe er seine Zweifel, ob das Netto-null-Ziel bis 2050 weltweit gelingt. «Die Schweiz allein kann das Klima nun einmal nicht beeinflussen.»

    hitze
    Eine solche Hitzeperiode wie in diesem Sommer habe der Bundesrat nicht erwartet. - keystone

    Ihm mache der Klimawandel vor allem mit Blick auf die Landwirtschaft Sorgen. « Entscheidend ist, ob es uns gelingt, uns anzupassen.» Der Bundesrat habe bereits Instrumente zur Bekämpfung der Trockenheit in der Landwirtschaft vorbereitet.

    So gebe es zum Beispiel Wassertransporte mit Armeehelikoptern auf die Alpen. «Sie fliegen auf Bestellung der Kantone. Trotz der ausserordentlichen Hitze waren dieses Jahr aber weniger Flüge notwendig als in früheren Hitzeperioden. Weil die Älpler aufgerüstet haben, indem sie Wasserspeicher oder neue Wasserversorgungen bauten.»

    Schafft die Schweiz ihr Klimaziel bis 2030 noch?

    Die einzelnen Departemente handelten, ohne dass es dafür eine ausserordentliche Bundesratssitzung bräuchte.

    So habe etwa Bundesrat Parmelin die Futterzölle auf null gesetzt, damit das Futter zu verkraftbaren Preisen importiert werden kann.

    Rösti: «Zwar ist dieser Hitzesommer dramatisch. Aber es ist nicht der erste. Und es wird auch nicht der letzte sein.»

    Auf die Frage des «Tages-Anzeigers», ob er den Klimawandel unterschätzt habe, sagt der SVP-Bundesrat: «Eine derart heftige Hitze hätte ich nicht erwartet.»

    «Aber den Klimawandel habe ich nie infrage gestellt.»

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #3846 (nicht angemeldet)

    ALLE aber wirklich ALLE haben vor dem Klimawandel gewarnt. Aber Rösti sagt ,hätte nicht damit gerechnet‘ 🤡🤡

    User #5931 (nicht angemeldet)

    Was ist mit dem vielen Fliegen - das darf man wohl nicht hinterfragen 🤮

    Weiterlesen

    Albert Rösti
    1'049 Interaktionen
    Sommergespräch
    21 Interaktionen
    Bern
    39 Interaktionen
    Zürich
    Leapmotor B03X
    134 Interaktionen
    Nur 23’900 Franken

    MEHR BUNDESRAT

    50 Interaktionen
    Bern
    srg
    4 Interaktionen
    Bern
    Die eidgenössische Finanzmarktaufsicht
    1 Interaktionen
    Mit Finma-Spitze
    srg
    1 Interaktionen
    Swissinfo

    MEHR AUS STADT BERN

    -
    7 Interaktionen
    Bundeshaus-WC
    Bern
    Bern
    Ende der Lebensdauer