Zivildienst

Bund meldet Zivildienst-Rekord – Zivis werden braver

Riccardo Schmidlin
Riccardo Schmidlin

Thun,

Der Zivildienst erreicht einen neuen Rekord: 2025 wurden 7211 Personen zugelassen – so viele wie noch nie. Gleichzeitig gibt es weniger Disziplinarentscheide.

Zivildienst
Letztes Jahr leisteten so viele Zivildienst wie noch nie. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Zivildienst-Rekord 2025: 7211 Personen zugelassen, weniger Disziplinarentscheide.
  • 7211 Personen wurden im vergangenen Jahr zugelassen.
  • Die Zivis werden braver: Es gibt weniger Disziplinarentscheide.

Der Zivildienst boomt: 2025 wurden 7211 Personen zugelassen, das ist ein Plus von 6,1 Prozent gegenüber 2024.

Es übertrifft den bislang höchsten Wert von 2010, wie das Bundesamt für Zivildienst am Dienstag mitteilt.

Ein Drittel der Gesuche kam nach der Rekrutenschule (RS). Der Anteil bleibt stabil bei rund 33 Prozent.

Zivildienst
Die Zahl der Zulassungen im Zivildienst ist auf einem neuen Rekordwert. - Bundesamt für Zivildienst

Die geleisteten Diensttage erreichten erneut fast 1,9 Millionen. Davon über 50  Prozent im Sozialwesen, 18 Prozent im Schulwesen, 15 Prozent im Gesundheitswesen und knapp 10  Prozent im Umwelt- und Naturschutz.

Weniger Einsatzbetriebe, genug Plätze

Die Zahl der Einsatzbetriebe sank leicht auf 4264 (−2,3  Prozent), boten aber 15'770 Einsatzplätze.

Das sei genug für alle Zivis, heisst es.

Zivildienst
So verteilen sich die Zivis auf die verschiedenen Einsatzbetriebe im Zivildienst. - Bundesamt für Zivildienst

Das Ausbildungszentrum Schwarzsee FR feiert sein Zehn-Jahres-Jubiläum und verzeichnete 811 Kurse, ein Plus von 7,4  Prozent gegenüber 2024.

Weniger Rechtsfälle im Zivildienst

Die Zivis werden braver: Die Disziplinarentscheide gegen Zivis gingen auf 565 Fälle zurück (−22 Prozent), Strafanzeigen auf 235. Insgesamt wurden 1033 Inspektionen in Betrieben durchgeführt, 988 unangemeldet.

Disziplinarmassnahmen Zivildienst
Die Disziplinarmassnahmen im Zivildienst werden weniger. - Bundesamt für Zivildienst

Bundesrat und Parlament wollen die Zulassungen reduzieren, vor allem von Armeeangehörigen nach RS und Fachpersonal.

Soll der Zugang zum Zivildienst erschwert werden?

Ein Referendum gegen die Änderung des Zivildienstgesetzes steht an: Die Abstimmung ist für den 14. Juni 2026 angesetzt.

Kommentare

User #5543 (nicht angemeldet)

In unserem Bekanntenkreis hat es Jungs, die unmittelbar vor ihren schulischen Abschlussprüfungen ein Aufgebot für den WK erhalten. Verschiebungsgesuche werden strikt abgelehnt - und das im Zeitalter, wo die Gleichstellung grossgeschrieben wird. Diese inflexible Haltung spricht sich herum und führt dazu, dass sich immer mehr junge Schweizer von der Armee abwenden, weil sie in einer entscheidenden Phase ihres Lebens dadurch benachteiligt werden.

User #8051 (nicht angemeldet)

Hatte im letzten Jahr mehrere Besuche in einem Kantonsspital. Es ergab sich daraus dass ich Gelegenheit hatte die Zivis die mich jeweils in eine andere Abteilung brachten zu befragen: 1. Die Art des Zivildienstes konnte frei gewählt werden. 2. Sie können jeden Abend nach Hause. 3. Sie haben keine anderen Aufgaben als die Verlegung von Patienten. 4. Sie haben genügend Zeit für ein Fern- oder sogar Abendstudium. Fazit: Der Zivildienst muss auch aus Gerechtigkeitsgründen massiv erschwert werden!

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