Der Aargauer Regierungstrat spricht mindestens 100 Millionen Franken für Zusatzkosten und Ausfälle wegen der Corona-Pandemie an Spitäler.
Spitäler Spital
Schweizer Spitäler. - Keystone

Der Aargauer Regierungsrat will den Spitälern und Kliniken für das vergangene Jahr 100 Millionen Franken an die Ertragsausfälle und Zusatzkosten wegen der Corona-Pandemie bezahlen. Für 2021 beantragt der Regierungsrat beim Parlament einen Kredit von 35 Millionen Franken.

Den Spitälern seien durch die Vorgaben von Bund und Kanton zur Bewältigung der ersten sowie zweiten Welle der Coronavirus-Pandemie Ertragsausfälle sowie Zusatzkosten entstanden, heisst es in der am Freitag veröffentlichten Botschaft an den Grossen Rat. Diese Kosten wolle man «angemessen entschädigen». Der Bund habe solche Entschädigungen bisher verwehrt.

Vorhalteleistungen von 100 Mio. Franken

Für das vergangene Jahr meldeten die Spitäler dem Kanton insgesamt einen Ertragsausfall für die allgemeine Abteilung von 46 Millionen Franken sowie Zusatzkosten von 54 Millionen Franken. Die Leistungserbringer machen somit Covid-19-bedingte Vorhalteleistungen in der Höhe von 100 Millionen Franken geltend.

Vor der Auszahlung will das Gesundheitsdepartement von Jean-Pierre Gallati (SVP) die Angaben der Spitäler im Rahmen der jährlichen Wirtschaftlichkeitsprüfungen pro Spital analysieren und plausibilisieren.

Spitäler waren rasch bereit

Die Aargauer Spitäler hätten alle, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, sofort ihre Unterstützung zur Bewältigung der Pandemie angeboten und das Departement Gesundheit und Soziales bei der Erarbeitung und Umsetzung von Massnahmen tatkräftig unterstützt, heisst es in der Botschaft weiter.

Umfragen des Kantons ergaben, dass die Akutspitäler mit Intensivstationen die elektiven Eingriffe zum Zeitpunkt des Erlasses der Vorgabe bereits um 10 Prozent gesenkt hatten. Im Verlauf des Monats November hätten das Kantonsspital Baden die Eingriffe um 30 Prozent, das Kantonsspital Aargau um 50 Prozent und die private Hirslanden Klinik Aarau um 80 Prozent reduziert.

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