Biodiversität

    Biodiversität im Weinanbaugebiet Lavaux stabil, aber verletzlich

    Keystone-SDA
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    Lausanne,

    Die Biodiversität in den Weinbergen des Waadtländer Lavaux ist weiterhin hoch. Ein Rückgang der Arten wurde in einer Studie nicht festgestellt. Gleichzeitig zeigen die Untersuchungen eine grosse Fragilität von Fauna und Flora im grössten zusammenhängenden Weinbaugebiet der Schweiz.

    Lavaux
    Die Biodiversität in den Weinbergen des Waadtländer Lavaux ist weiterhin hoch. - keystone

    «Wir sind positiv überrascht», sagt der Biologe Raymond Delarze am Dienstag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Er hat die Studie mit seinem Team des biologischen Büros BEB in Aigle durchgeführt. Die gemeinnützige Stiftung Bovard in Cully hat die unabhängige Studie in Auftrag gegeben.

    Die Untersuchungen fanden in den Jahren 2021, 2022 und 2025 statt. Insgesamt untersuchten die Experten 21 Sektoren mit einer Grösse von rund 15 Hektaren. In jedem Sektor legten sie eine Referenzstrecke mit einer Länge von 1000 bis 1100 Metern fest. «Unsere Arbeit deckte die Hälfte der gesamten Fläche des Lavauxs ab. Die Stichprobe ist repräsentativ», sagt Delarze.

    Das Weinbaugebiet Lavaux gehört zum Unesco-Welterbe. Es beherbergt viele Pflanzen- und Tierarten. Einige Arten stehen unter nationalem Schutz. Im Gebiet gibt es 648 Arten von Blütenpflanzen und Farnen. Zudem kommen 15 Brutvogelarten, fünf Reptilienarten, 25 Heuschrecken- und Grillenarten sowie 56 Molluskenarten vor.

    Zu den typischen Tierarten gehören die Smaragdeidechse, der Wendehals und die Zippammer. Zur Flora zählen der Milzfarn, der Blaue Gauchheil, das Wilde Löwenmaul, der Gelbe Günsel und die Wilde Ringelblume. Die Pflanzen profitieren von der idealen Sonneneinstrahlung. Auch der Genfersee wirkt sich positiv aus.

    «Einerseits sind die Ergebnisse positiv und ermutigend. Die Biodiversität im Lavaux ist recht reich. Wir haben kein Verschwinden von Arten festgestellt. Wir beobachten aber eine Abnahme ihrer Häufigkeit», erklärt Delarze. «Die Biodiversität konzentriert sich ausserhalb der bewirtschafteten Weinbergsparzellen.»

    «Die Situation ist nicht dramatisch. Sie ist aber auch nicht zufriedenstellend. Einige Arten haben sehr kleine Populationen. Diese Populationen sind anfällig. Das erschwert Fortpflanzung und langfristiges Überleben», sagt der Experte.

    Wichtig seien konkrete Massnahmen zur Erhaltung von Flora und Fauna. «Jetzt ist ein wichtiger Zeitpunkt für Entscheidungen», betont Delarze.

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    Kommentare

    User #1167 (nicht angemeldet)

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