Zu Beginn eines Treffens der WHO-Länder spricht Alain Berset Lücken und Mängel an, die behoben werden müssen. Für ihn ist klar: «Wir dürfen nicht scheitern».
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Anlässlich der Coronavirus-Variante Omikron macht Alain Berset an einer WHO-Sondersitzung klare Ansagen. (Symbolbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Aktuell tagt ein Treffen von 194 Ländern der Weltgesundheitsorganisation in Genf.
  • Dabei geht es um eine verbindliche Vereinbarung zur Pandemie-Bekämpfung.
  • Alain Berset spricht sich für eine solche aus und will Lücken und Mängel beheben.

«Wir dürfen nicht scheitern», sagt Alain Berset zum Auftakt eines Treffens von 194 Ländern der Weltgesundheitsorganisation WHO. Der Bundesrat hat die internationale Gemeinschaft dabei zu einer verbindlichen Vereinbarung zur Vorbereitung auf Pandemien aufgerufen.

Berset: «Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen»

«Wir müssen jetzt die Lücken und Mängel des bestehenden Systems beheben», sagte der Schweizer Gesundheitsminister. In einer Videobotschaft zur Eröffnung der dreitägigen Sondersitzung der WHO in Genf ergänzt er: «Es liegt in unserer Verantwortung gegenüber den heutigen und zukünftigen Generationen»,

Am Sonntag hatten mehrere Delegationen, darunter jene der EU, bekanntgegeben, dass ein Konsens über ein neues Abkommen gefunden wurde. Die USA, die gegen ein verpflichtendes Instrument sind, machten gewisse Zugeständnisse.

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Die EU spricht sich für ein neues Abkommen aus. - Keystone

Die EU hatte den Vorschlag angesichts der verbreiteten Kritik an der Antwort der WHO auf die Coronaviruspandemie eingebracht. Die bisherige Bestimmung «war nicht dafür gedacht, die Vorbereitung einer Pandemie zu bewältigen» räumte ein Vertreter der WHO ein.

Berset bekräftigt die Bedeutung der WHO

Die Schweiz wolle eine bessere Anwendung der Verordnung und sei bereit, konstruktiv mitzuwirken, so Berset. Er bekräftigte die Bedeutung einer starken WHO. Ausserdem forderte der Schweizer Gesundheitsminister eine bessere Verteilung der Ressourcen und mehr Investitionen in die Prävention.

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Gesundheitsminister Alain Berset vertrit an der Zusammenkunft der WHO-Staaten den Schweizer Standpunkt. - Keystone

Dem Beschlussentwurf zufolge muss die zwischenstaatliche Verhandlungsgruppe für einen neuen Vertrag erstmals im März nächsten Jahres zusammentreten. Ein Zwischenbericht wird für Mai 2023 erwartet. Das Ergebnis soll der Weltgesundheitsversammlung im Mai 2024 vorliegen.

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