Bauern schlachten Tausende Kühe wegen Hitze und Futtermangel
Die Schlachtzahlen erreichen ein ungewöhnlich hohes Niveau. Ein Preiszerfall droht noch nicht, doch einzelne Betriebe leiden.

Das Wichtigste in Kürze
- Hitze, Dürre und Futtermangel treiben die Schlachtzahlen deutlich hoch.
- Viehhändler und Bauernverband rufen zu gestaffelten Schlachtungen auf.
- Ein Preiszerfall droht bisher nicht, doch einzelne Betriebe leiden stark.
Hitze, Dürre und Futterknappheit führen in der Schweiz zu ungewöhnlich hohen Schlachtzahlen. Laut der Fleischbranchenorganisation Proviande wurden in den Kalenderwochen 23 bis 30 im Jahr 2026 rund 23’900 Kühe geschlachtet. Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum rund 18’740.
Peter Bosshard, Geschäftsleiter des Schweizerischen Viehhändler-Verbands, spricht gegenüber SRF von einem neuen Ausmass. «In dieser Ausprägung ist das ein neues Phänomen», sagt er.
Zwar kämen im August und September saisonal immer mehr Tiere in die Schlachthöfe, die aktuellen Zahlen seien aber extrem.
Gestaffelte Schlachtungen sollen Überangebot verhindern
Gemeinsam mit dem Bauernverband rufen die Viehhändler zu gestaffelten Schlachtungen auf. So soll ein kurzfristiges Überangebot verhindert werden. Wo die Futterversorgung es erlaube, scheine das zu funktionieren, sagt Bosshard.
Ein Preiszerfall beim Rindfleisch droht bisher nicht. Die Schlachtpreise sind in den letzten Wochen zwar leicht gesunken. Laut Proviande liegen sie aber weiterhin deutlich über dem Niveau früherer Jahre.
Der Schweizer Bedarf an Rindfleisch kann trotz der vielen Schlachtungen nicht vollständig mit einheimischen Tieren gedeckt werden.
Bauern verlieren künftige Erträge
Für einzelne Betriebe ist die Lage dennoch schwierig. Wer Milchkühe schlachten muss, verliert künftige Erträge. Neben Hitze, Trockenheit und Futterknappheit belastet auch der tiefe Milchpreis die Bauern.
Zusätzlich grassiert eine Krankheit bei Milchkühen. Betroffene Tiere zeigen Fieber, Durchfall und geben weniger Milch. Laut dem Institut für Virologie und Immunologie ist die Ursache ein von Mücken übertragenes Orthobunyavirus.
Sollten sich viele kranke Tiere nicht erholen, dürften sie ebenfalls geschlachtet werden. Dadurch könnte das Angebot weiter steigen und die Preise stärker unter Druck geraten.















