Tiefkühl-Produkte: «Bakery Bakery» reagiert auf Vorwürfe
Zentrale Produktion, Tiefkühlung, Lieferung in grossen Mengen: Die vegane «Bakery Bakery» setzt konsequent auf industrielle Abläufe. Passt das zu ihrem Image?

Das Wichtigste in Kürze
- «Bakery Bakery» bezieht seine Teiglinge vollständig von externen Lieferanten.
- Die Kette kann erst 2027 wieder eine eigene Produktionsstätte in Betrieb nehmen.
- Gründer Kevin Schmid verteidigt das Modell trotz Energieverbrauch und Transportwegen.
Die vegane Bäckereikette «Bakery Bakery» präsentiert sich als nachhaltige Alternative in der Schweizer Gastro-Szene. Doch ein Bericht des Online-Magazins «Infosperber» stellt dieses Image infrage.
Das Magazin stellt kritische Fragen zu Zutaten, Produktion und Transparenz. Der Vorwurf: «Bakery Bakery» setze trotz Nachhaltigkeitsanspruchs auf extern produzierte, industriell schockgefrostete Teiglinge. Und nicht auf selbst hergestellte Produkte.
Diese werden von Wädenswil ZH in die zwölf Filialen geliefert. Und das mit LKWs quer durch die Schweiz. In den Filialen werden sie dann nur noch aufgebacken.
25 Minuten lang müssen etwa die Gipfeli bei 200 Grad in den Filialen aufgebacken werden. Damit verbrauche die Bäckerei, die auch als «woke» bezeichnet wird, «deutlich mehr Energie» als traditionelle Bäcker. Wegen Schockfrosten, Lagerung, Transport und Aufbacken.
Nau.ch hat bei «Bakery Bakery» nachgehakt – das Unternehmen nimmt Stellung.
Kevin Schmid, die zentrale Figur hinter «Bakery Bakery», verteidigt sich: «Unser Konzept beruht nicht auf handwerklicher Patisserie, sondern auf bezahlbaren Produkten, die qualitativ hochwertig sind.»
Zudem wolle man die Bäckerei so betreiben, dass auch das Betriebsmodell funktioniert. Sprich: Die Kosten müssen überschaubar bleiben.
Gefrorene Teiglinge vom Grosshändler
In welchem Umfang werden die Produkte zentral produziert, tiefgekühlt und anschliessend per Transport an Ihre Standorte geliefert? «In vollem Umfang», bestätigt Schmid.
«Bakery Bakery» arbeite tatsächlich mit frischen Teiglingen, welche gefroren ankommen und in der Filiale gebacken werden. «Dadurch generieren wir Zero Foodwaste.»

Zudem seien sie «ressourcenschonend unterwegs», auch wenn sie sich selbst nicht als nachhaltige Bäckerei sehen: «Wir positionieren uns nicht als nachhaltige Bäckerei. Wir positionieren uns als verantwortungsvolle Bäckerei.»
«Keine eigene Möglichkeit, zu produzieren»
Schmid bestätigt, dass seine Kette die Backwaren unter anderem vom mittelgrossen Schweizer Lieferanten «Kern & Sammet» in Wädenswil ZH bezieht.
«Wir haben aktuell fast keine eigene Möglichkeit, zu produzieren, da unsere eigene Backstube die Kapazität nicht mehr abdeckt.»

Aktuell, so Schmid, laufe die Baubewilligungsphase für ihre eigene Produktion, «welche im Verlaufe von 2027 in Betrieb genommen wird».
«Nahezu jede Bäckerei nutzt Tiefkühlprozesse»
Ein verantwortungsbewusstes Image trotz kompletter externer Produktion – geht das? Schmid sagt: «Wir sind überzeugt davon, dass wir ökologisch nicht schlechter fahren.» Die gesamte Logistik sei zentralisiert, wodurch Lieferungen in grösseren Mengen und entsprechend seltener erfolgen würden.
Die Filialen werden zum Beispiel an drei Tagen pro Woche beliefert. Laut Schmid weniger häufig als bei anderen Bäckereien.

«Der Punkt, dass das Gefrieren auch Energie braucht, ist richtig.» Nahezu jede Bäckerei nutze gewisse Kühl- und Tiefkühlprozesse und komme ohne diese kaum aus.
Die soziale Nachhaltigkeit sei ein Anliegen, auf welches sie hinarbeiten würden. Dies bedeute beispielsweise, «die Nachtarbeit abzuschaffen». Diese könnten heutige Technologien problemlos übernehmen.
Die Expansion von «Bakery Bakery» hat offenbar ihren Preis – zumindest für die Herstellung.








