Avenir Suisse

    Avenir Suisse: Steuersystem ist Hindernis für berufstätige Frauen

    Keystone-SDA
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    Bern,

    Laut der Denkfabrik Avenir Suisse ist das Schweizer Steuersystem frauenfeindlich und stellt ein Hindernis für berufstätige Frauen dar.

    avenir suisse
    Ein Plakat der Befürworter für die Initiative zur Abschaffung der Heiratsstrafe. Die Abstimmung wurde am Ende vom Bundesgericht für ungültig erklärt. (Archivbild) - sda

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Schweizer Steuersystem ist laut Avenir Suisse frauenfeindlich.
    • Es stelle ein Hindernis für berufstätige Frauen dar.

    Das Schweizer Steuersystem sei frauenfeindlich und stelle ein Hindernis für berufstätige Frauen dar. Das schreibt die liberale Denkfabrik Avenir Suisse in einer neuen Studie. Abhilfe schaffen könnten eine Individualbesteuerung und höhere Abzüge für Betreuungskosten.

    Die geltende gemeinsame Besteuerung von Ehepaaren führe dazu, dass sich eine Pensum-Erhöhung des zweitverdiendenden Elternteils rein finanziell nur selten lohne. Das heisst es in der Studie, die am Donnerstag vorgestellt wurde.

    Einkommen deutlich höher besteuert

    Dieses Einkommen ist in 90 Prozent der Fälle dasjenige der Frau. Es werde wegen des höheren Grenzsteuersatzes deutlich höher besteuert, als das bei einer individuellen Veranlagung der Fall wäre.

    avenir suisse kita
    Kinderschuhe stehen in der Garderobe in einer Kita. (Symbolbild) - dpa

    Dadurch werde für verheiratete Frauen ein Anreiz geschaffen, nicht oder nur mit einem tiefen Pensum zu arbeiten. Erschwerend komme hinzu, dass höhere Arbeitspensen beider Elternpaare auch mit zusätzlichen Betreuungskosten verbunden seien.

    Diese Kosten stiegen bei einer Erhöhung der Erwerbstätigkeit der Frau überproportional. Denn das höhere Familieneinkommen führe auch dazu, dass der Anspruch auf Subventionen sinke. Wenn sich die Ehefrau also entscheide, mehr zu arbeiten, müsse die Familie nicht nur für mehr Kita-Tage bezahlen. Sondern oft auch noch auf die Subventionen verzichten.

    Avenir Suisse: Individualbesteuerung weist bestes Kosten-Nutzen-Verhältnis auf

    Für die Studie verglichen die zwei Autoren acht Reformvorschläge zur Ehepaar- und Familienbesteuerung auf Bundesebene. Sie untersuchten anhand von Schätzungen, welche Anreize dabei für Frauen geschaffen würden, in die Arbeitswelt einzusteigen oder mehr zu arbeiten.

    Sie kommen zum Schluss, dass eine Individualbesteuerung das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweisen würde. Weil vom Zivilstand unabhängig, bringe sie auch keine Heiratsstrafe oder einen Heiratsbonus mit sich. Zudem würde die individuelle Besteuerung zu weniger Steuerausfällen führen als Modelle mit einer gemeinsamen Veranlagung.

    Auch eine Erhöhung des Betreuungskostenabzugs würde die Erwerbsbeteiligung von Frauen erhöhen, bei vergleichsweise tiefen Steuerausfällen. Im Gegensatz dazu wäre eine Erhöhung des Kinderabzugs teuer. Sie hätte nur eine geringe wenn nicht sogar negative Auswirkung auf die Beschäftigung der Frauen, schreibt Avenir Suisse.

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