Auftritt von Putin-Vertrauter in Genf trotz Sanktionen

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Genève,

Trotz westlicher Sanktionen ist Russlands Parlamentschefin Matwijenko bei einem Forum in der Schweiz aufgetreten – und warnte dort vor einem Dritten Weltkrieg.

Valentina Matwijenko
Russlands Parlamentspräsidentin Valentina Matwijenko trat trotz Sanktionen in Genf auf. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Vorsitzende des russischen Parlamentsoberhauses hatte einen Auftritt in Genf.
  • Die sanktionierte Valentina Matwijenko reiste im Rahmen einer Versammlung ein.

Russlands mächtigste Frau – eine Vertraute von Kremlchef Wladimir Putin – ist ungeachtet der westlichen Sanktionen bei einem Forum in der Schweiz aufgetreten. Die Erfahrung zweier Weltkriege müsse Warnung vor einem Dritten Weltkrieg sein. Dies sagte Valentina Matwijenko, die Vorsitzende des Föderationsrates, des russischen Parlamentsoberhauses, angesichts der Konflikte in der Welt. Die 76-Jährige steht als glühende Befürworterin des von Putin befohlenen Angriffskriegs gegen die Ukraine auf westlichen Sanktionslisten.

In Russland wurden Bilder gezeigt, wie die mit einem Regierungsflugzeug angereiste Matwijenko bei der Landung mit Blumen empfangen wurde. Sie nahm an einer mehrtägigen Versammlung von Parlamentspräsidentinnen und -präsidenten der Interparlamentarischen Union (IPU) teil. Nationalratspräsidentin Maja Riniker hatte am Montag den 15. Gipfel der Parlamentspräsidentinnen eröffnet.

Botschafterin für Friedensverständigung?

Matwijenko, die in Italien eine Villa mit Privatstrand besitzen soll, präsentierte sich in der Schweiz als Botschafterin der Verständigung und forderte einen Frieden, der die «Sicherheit aller Nationen» gewährleiste.

Russland hatte seinen Krieg gegen die Ukraine im Februar 2022 unter anderem unter dem Vorwand begonnen, dass die eigene Sicherheit durch die Ambitionen des Nachbarlands, der NATO beizutreten, gefährdet sei.

Valentina Matwijenko
Valentina Matwijenko ist eine Vertraute von Wladimir Putin. (Archivbild) - keystone

Neben Matwijenko waren auch die ebenfalls sanktionierten Duma-Politiker Leonid Sluzki und Pjotr Tolstoi bei der Veranstaltung am Montag in Genf.

Zu den Sanktionen äusserte sich das Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) Mitte Juli auf Anfrage von Keystone-SDA, im Rahmen des Sitzstaatabkommens des Bundesrates mit der Interparlamentarischen Union sei die Schweiz dafür zuständig, die Einreise offizieller Delegierter zu erleichtern. Bei Bedarf seien Sanktionen für die Dauer der Konferenz vorübergehend aufzuheben.

Kommentare

User #1418 (nicht angemeldet)

In der schweiz hat sie mit der svp grosse unterstützung..

User #1265 (nicht angemeldet)

Putin führt einen hybriden Krieg in Europa, auch in der Schweiz. Neben von Russland gesteuerten Sabotageakten, Cyberattacken und Wahlbeeinflussung umfasst dieser auch Meinungsbeeinflussung mit Hilfe von Bots und Trollen in den asozialen Medien und in den Kommentarspalten wertvoller journalistischer Produkte wie diesem hier. Das muss man im Hinterkopf haben, wenn man hier mitliest 🤣🤣🤣 Drohen mit dem Atomkrieg gehört zu den erpresserischen Einschüchterungstaktiken Russlands. Dreiste Täter-Opfer-Umkehr wie durch Matwijenko ebenfalls. Für die Schweiz haben sich die Meinungsbeeinflusser auf Themen wie die Neutralität, die angeblich durch die Unterstützung der Ukraine in Gefahr ist, spezialisiert. Mit solchen Aussagen soll gezielt die Bevölkerung gespalten, verwirrt und letztlich geschwächt werden.

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