Die vermisste vierjährige Cleo Smith wurde im Westen Australiens nach 18-tägiger Suche lebend gefunden. Die Polizei hat einen 32-jährigen Mann verhaftet.
Cleo Smith
In Australien wurde die vermisste Vierjährige Cleo Smith in einem Haus lebend aufgefunden. - Polizei NSW

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Westen Australiens hat die Polizei die kleine Cleo Smith lebend aus einem Haus befreit.
  • Die Vierjährige war seit dem 16. Oktober vermisst worden – ein Mann (36) wurde verhaftet.

Der Fall hielt ganz Australien in Atem – und nimmt jetzt ein glückliches Ende. Die seit 18 Tagen vermisste vierjährige Cleo Smith wurde in einem abgeriegelten Haus im Westen Australiens gefunden. Wie der stellvertretende Polizei-Kommissar gegenüber lokalen Medien erzählte, brach die Polizei gegen 1 Uhr morgens in das Haus ein. Die kleine Cleo wurde laut Col Blanch in einem der Räume entdeckt.

Einer der Beamten habe die Vierjährige auf seine Arme genommen und gefragt, wie sie heisse. Sie antwortete: «Mein Name ist Cleo.» Laut der Polizei wurde das Mädchen bereits ihren Eltern übergeben.

Cleo Smith
Die Polizei ist überglücklich, Cleo gefunden zu haben. - Twitter

Dieses Ergebnis sei dank einer unglaublichen Polizeiarbeit erreicht worden. «Wir haben nach der Nadel im Heuhaufen gesucht, und wir haben sie gefunden», sagte Blanch dem örtlichen Radiosender 6PR. «Als sie sagte, ‹Mein Name ist Cleo›, war im Haus kein Auge mehr trocken.» Erfahrene Ermittler seien vor Erleichterung in Tränen ausgebrochen.

Ein 36-jähriger Verdächtiger aus der Provinz Carnarvon wurde festgenommen. Er werde derzeit von Detektiven befragt. Laut Berichten der australischen Medien, ist noch unklar, ob der Mann eine Verbindung zu der Familie hatte. Offenbar war das abgeriegelte Haus aber nur sieben Minuten vom Zuhause des Mädchens entfernt.

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Die Mutter von Cleo Smith teilte dieses Bild auf Instagram und schrieb dazu: «Unsere Familie ist wieder komplett». - Instagram

Cleo wurde nach Behördenangaben zunächst in ein Krankenhaus gebracht und dort betreut und untersucht. Laut der Polizei war sie unverletzt und gesund. Nach kurzer Zeit konnte sie das Spital verlassen und wurde in die Obhut ihrer Familie übergeben. Die Mutter des Mädchens, Ellie Smith, schrieb auf Instagram: «Unsere Familie ist wieder vollständig.»

Cleo Smith wurde 18 Tage lang vermisst

Cleo Smith wurde seit dem 16. Oktober vermisst. Sie wurde aus einem Zelt entführt, in dem sie mit ihrer Familie auf einem Campingplatz nördlich von Carnarvon übernachtete.

Die Mutter bemerkte gegen 6 Uhr morgens, dass Cleo mitsamt Schlafsack aus einem der beiden Räume des Familienzeltes verschwunden war. Dort habe ihre Tochter neben der kleinen Schwester geschlafen.

Der Zelt-Reissverschluss sei bis zu einer Höhe geöffnet gewesen, die die Vierjährige selbst nicht hätte erreichen können. Seither fehlte von dem Kind jede Spur. Die Regierung in Westaustralien hatte eine Belohnung von einer Million Dollar für Hinweise ausgesetzt, die zum Auffinden des Mädchens führen.

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Das Haus in dem Cleo Smith gefunden wurde, befindet sich nur sieben Minuten Fahrzeit vom Haus ihrer Familie entfernt. - Screenshot/7News

«Dies war hartnäckige, methodische Polizeiarbeit», erklärte Polizeikommissar Chris Dawson. Die Ermittler hätten Tausende und Abertausende von forensischen Exponaten, Daten und Informationen aus der Gemeinde gesammelt. Jeder Hinweis sei genau überprüft worden.

«Dann tauchte dieser hier auf, und sie informierten mich und sagten: ‹Schauen Sie, wir glauben, wir sind hier auf etwas gestossen›», sagte Dawson. Kurz darauf habe er die Nachricht von der Rettung des Kindes erhalten.

Premierminister: «Was für eine wunderbare Nachricht»

Australiens Premier Scott Morrison bedankte sich via Twitter bei der Polizei. «Was für eine wunderbare, erleichternde Nachricht. Cleo Smith wurde gefunden und ist gesund und munter zu Hause», schrieb er. Die Parlamentarierin Tanya Plibersek meinte via Twitter: «Was diese Familie durchgemacht hat, ist der schlimmste Alptraum aller Eltern.»

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Der australische Premierminister Scott Morrison freut sich, dass die kleine Cleo Smith lebend gefunden wurde. - Twitter

Die Anteilnahme war nach dem Verschwinden von Cleo Smith riesig – nicht nur in Australien. Auf Instagram versuchten Menschen unter anderem aus Schottland, den USA und Deutschland, der Familie Mut zu machen. «Bitte gebt nicht auf, unsere Daumen sind gedrückt, dass sie gesund gefunden wird. Alles Liebe aus Deutschland», schrieb eine Nutzerin.

Die verzweifelten Eltern hatten sich immer wieder mit dramatischen Aufrufen an die Öffentlichkeit gewendet. Sie hatten gehofft, den oder die Täter zu überzeugen, das blonde Mädchen freizulassen. Der Spurenlage zufolge gab es nur eine plausible Erklärung: Die kleine Cleo wurde entführt.

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Die Mutter von Cleo Smith und deren Lebensgefährte hatten sich mehrere Male verzweifelt an den Täter gerichtet. - Keystone

Weder die Mutter, der Lebensgefährte noch der leibliche Vater des Mädchens, der bei Perth lebe, wurden als Verdächtige betrachtet. Die Polizei hatte vermutet, dass sie von einem «opportunistischen» Täter entführt worden sei, wie die australische Nachrichtenagentur AAP berichtete. In der Sonderkommission waren rund 100 Beamte.

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