MotoGP: GP-Klassiker verschwindet – für ein Stadt-Rennen?
Die MotoGP macht 2026 zum letzten Mal Station auf einer der beliebtesten Rennstrecken im Kalender. Als Ersatz soll künftig auf einem Stadtkurs gefahren werden.

Das Wichtigste in Kürze
- Der neue Eigentümer Liberty Media strebt in der MotoGP erste Änderungen an.
- Das erste Opfer wird wohl der Kult-GP von Australien in Phillip Island.
- Statt des GP-Klassikers soll künftig auf einem Stadtkurs in Adelaide gefahren werden.
Im Vorjahr übernahm der US-Entertainment-Konzern Liberty Media die Rechte an der MotoGP. Für Motorsport-Fans ist der Name «Liberty» kein unbeschriebenes Blatt: Der US-Konzern ist seit 2016 auch Eigentümer der Formel 1.
Unter die Ägide der Amerikaner fällt eines der finanziell erfolgreichsten Kapitel der Formel-1-Geschichte. Zugleich fand aber auch eine «Amerikanisierung» des Sports statt: Neben dem Netflix-Drama «Drive To Survive» etwa auch durch immer mehr Strassen-Kurse.

Nun droht dieses Schicksal offenbar auch der MotoGP: Übereinstimmenden australischen Medienberichten zufolge wird die Weltmeisterschaft 2026 – im ersten Jahr unter Liberty – letztmals in Phillip Island gastieren. Danach verschwindet der Kult-Kurs aus dem Kalender.
Phillip-Island-Abschied nach 30 Jahren
Der Abschied aus Phillip Island ist keine grosse Überraschung. Die Motorrad-WM gastiert seit 30 Jahren auf der bei Fahrern und Fans beliebten Kult-Strecke. Die Anlage selbst – Boxengebäude, Tribünen, Parkplätze – sind aber nicht mehr zeitgemäss.

Was die Rennstrecke lange geschützt hat: Australien ist mit permanenten Rennstrecken auf Weltklasse-Niveau nicht überfüllt. Der Grand-Prix-Kurs in Melbourne ist ein Strassenkurs, auch der Klassiker in Bathurst ist für die Motorrad-WM völlig untauglich.
Erstes Stadt-Rennen in der MotoGP?
Trotzdem war in der Vergangenheit mehrfach über einen Wechsel nach Melbourne spekuliert worden. Dort fährt auch die Formel 1, es ist die einzige Grade-1-Strecke in Australien. Doch die lokalen Behörden schoben solchen Gedanken einen Riegel vor.

Auf einem Stadtkurs soll nun trotzdem gefahren werden – und zwar in Adelaide: Es wäre das erste Strassenrennen in der Geschichte der Motorrad-Königsklasse. Bislang hatte die Serie aus Gründen der Sicherheit auf solche Events verzichtet.
Ein Alternativ-Szenario, das durch die australischen Medien geistert: Die Königsklasse könnte im berühmten «The Bend» Station machen. Dort fährt etwa auch die nationale Superbike-Meisterschaft. Der Kurs geniesst bei den dortigen Fahrern einen guten Ruf.
















