Er brachte Sushi-Pralinen nach Bern – jetzt sucht er ein neues Lokal
Mit seinen farbenfrohen Sushi-Pralinen hat Yusuke Nozawa Bern erobert. Eigentlich hat der 42-jährige Japaner hinter Mikuri aber eine andere Kernkompetenz.

Das Wichtigste in Kürze
- Yusuke Nozawa eroberte Bern mit farbenfrohen Sushi-Pralinen.
- Er betreibt das Take-Away Mikuri in Bümpliz.
- Nun sucht der japanische Koch ein grösseres Lokal.
Vom Fernweh gepackt kam Yusuke Nozawa 2008 als junger Koch in die Schweiz. Jahrelang arbeitete der heute 42-Jährige in verschiedenen japanischen Restaurants in Basel und Bern.
Als er nach über einem Jahrzehnt den Schritt in die Selbständigkeit wagte, drohte Corona seine Pläne zu durchkreuzen.
Doch es kam anders: Die Pandemie bescherte dem kleinen, aber feinen «Sushi-Fenster» namens Mikuri – damals noch beim Rosa Brocki im Wankdorf Quartier eingemietet – einen wahren Boom und zahlreiche Stammkunden.

Mittlerweile hat Yusuke Nozawa sein Take-Away vom Wankdorf-Quartier nach Bern Bümpliz verlegt. Das Geschäft mit den «Sushi-Praliné», wie er die quadratischen in einer schicken schwarzen Schachtel angeordneten, farbenfrohen Sushi-Häppchen nennt, den Bowls und einer Handvoll warmen Speisen läuft.
Gerne würde er seine Berner Gäste in einem eigenen Restaurant mit der ganzen Palette seiner traditionellen japanischen Kochkunst beglücken – fände er nur ein Lokal.
BärnerBär: Wieso sind Sie mit Ihren Sushi Pralinés ausgerechnet in Bern gelandet?
Yusuke Nozawa: Genaugenommen bin ich zuerst nach Basel gekommen, erst später nach Bern.
Als junger Koch in Tokio bin ich auf das Zeitungsinserat einer internationalen Job-Vermittlungsagentur gestossen. Und da ich gerne woanders als in Japan arbeiten und eine neue Kultur kennenlernen wollte, habe ich mich beworben.
Daraufhin habe ich Angebote aus aller Welt erhalten. Das erste kam jedoch von einem japanischen Restaurant in Basel.

BärnerBär: Und da haben Sie sich gleich für das erste entschieden?
Nozawa: Ja. Aus Interessensgründen habe ich mir natürlich auch die anderen genau angeschaut. Mir waren verschiedene Sachen wichtig.
In Dubai beispielsweise hätte ich sehr gut verdient. Aber bei dem heissen Klima hätte ich meine Lederjacke gar nie tragen können!
Am Angebot aus der Schweiz haben mich aber auch die vier Wochen Ferien überzeugt. So etwas war damals in Japan unvorstellbar.
BärnerBär: War es die richtige Wahl?
Nozawa: Ganz am Anfang war es schwierig, ich sprach ja kein Deutsch. Aber ich habe schnell begonnen Kurse zu besuchen, das hat geholfen.
Nach eineinhalb Jahren hat das Restaurant in Basel leider geschlossen. Danach habe ich in Bern eine neue Anstellung gefunden.
Hier lebe ich jetzt seit 18 Jahren und hier fühle ich mich zu hause. Die schöne Stadt, die freundlichen Menschen und die beeindruckende Natur – meine Entscheidung war die richtige.
BärnerBär: Sie haben in diversen japanischen Restaurants in der Region gearbeitet, dann mit Mikuri Ihr eigenes Sushi-Geschäft ins Leben gerufen. Zu einem nicht gerade idealen Zeitpunkt…
Nozawa: Kaum hatte ich das Take-Away im Anbau des Rosa Brockis eröffnet, kam Corona. Ein Schock! Ich hatte mich gerade erst selbständig gemacht und musste Geld verdienen.
Aber dann hatte ich Glück. Die Restaurants mussten zu Beginn der Pandemie schliessen, ich durfte mit meinem «Sushi-Fenster» geöffnet bleiben. So habe ich ganz viele neue Kunden gewonnen. Sie haben wohl einfach nach Orten gegoogelt, die offen sind.
BärnerBär: Glück im Unglück, sozusagen! Trotzdem sind Sie mit Mikuri ans andere Ende der Stadt gezogen…
Nozawa: Mir wurde gesagt, dass es in ein paar Jahren eine grosse Überbauung im Wankdorf-Quartier geben würde. Und weil es sehr schwierig ist, ein neues Lokal zu finden, habe ich die Chance gepackt, als ich meinen heutigen Standort hier in Bümpliz gefunden habe.
Weil ich nun mehr Platz habe, konnte ich auch mein Angebot um einige warme Speisen, Suppen und Curries erweitern. Aber eigentlich suche ich weiter.

BärnerBär: Mikuri zieht also vielleicht bald wieder um?
Nozawa: Ich hätte sehr gerne ein kleines Restaurant oder einen Imbiss, in dem ich den Bernerinnen und Berner noch mehr von der japanischen Küche zeigen könnte.
Sushi ist eigentlich gar nicht meine Spezialität, denn ich bin ausgebildeter Kaiseki-Koch. Kaiseki ist die gehobene, traditionell japanische Küche, mit Gängen von der Vorspeise bis zum Dessert.












