Bärner Stadtfescht: So funktioniert das neue Awareness-Konzept
Mit mobilen Teams, Anlaufstellen und Schulungen will das Bärner Stadtfescht 2026 für mehr Sicherheit sorgen. OK-Präsident Yves Schott erklärt das neue Konzept.

Das Wichtigste in Kürze
- Vom 19. bis 21. Juni 2026 findet nach vier Jahren das Bärner Stadtfescht wieder statt.
- Das OK hat dafür ein umfassendes Awareness-Konzept ausgearbeitet.
- Alle Besuchenden sollen sich willkommen und sicher fühlen, sagt OK-Präsident Yves Schott.
BärnerBär: Yves Schott, innerhalb des OK des Bärner Stadtfescht wurde für die Ausgabe vom 19. bis 21. Juni 2026 eine eigene Zuständigkeit für Awareness geschaffen. Weshalb?
Yves Schott: Das Bärner Stadtfescht ist ein Anlass für die ganze Bevölkerung. Also für Menschen jeden Alters, unterschiedlicher Herkunft und mit ganz verschiedenen Bedürfnissen.
Uns ist wichtig, dass sich alle Besuchenden willkommen und sicher fühlen. Deshalb haben wir das Thema Awareness frühzeitig organisatorisch verankert und innerhalb des OK eine klare Zuständigkeit geschaffen.
Awareness verstehen wir nicht als kurzfristigen Trend, sondern als Teil einer modernen und verantwortungsvollen Veranstaltungskultur.
BärnerBär: Gab es an vergangenen Veranstaltungen konkrete Probleme?
Schott: Das Bärner Stadtfescht war bereits bei der letzten Ausgabe 2022 ein sehr friedlicher Anlass. Wie bei Grossveranstaltungen üblich, kann es aber zu Situationen, in denen Menschen Unterstützung benötigten, kommen.
Beispielsweise aufgrund von Überforderung, verbalen Grenzüberschreitungen oder Unsicherheiten im öffentlichen Raum. Genau deshalb möchten wir präventiv handeln und Strukturen schaffen, bevor Probleme entstehen.

BärnerBär: Gibt es ein umfassendes Awareness-Konzept?
Schott: Ja, wir haben für 2026 ein umfassendes Awareness-Konzept erarbeitet. Dieses ist Teil des Sicherheitskonzeptes.
Es beinhaltet Prävention, Sensibilisierung, klare Abläufe im Ereignisfall sowie die Zusammenarbeit mit Sicherheitsdiensten, Sanität, Behörden und weiteren Partnerorganisationen. Ziel ist ein professioneller Umgang mit Situationen, in denen sich Menschen unwohl, bedrängt oder diskriminiert fühlen.
BärnerBär: Wurden Sie dabei fachlich begleitet?
Schott: Wir arbeiten bei diesem Thema bewusst mit externem Fachwissen und spezialisierten Partnern zusammen.
Awareness-Arbeit an Grossveranstaltungen erfordert Erfahrung und klare Prozesse. Deshalb setzen wir auf den regelmässigen Austausch mit Fachpersonen und Organisationen.
Denn diese haben bereits entsprechende Konzepte bei Festivals und öffentlichen Veranstaltungen begleitet.

BärnerBär: Wie muss man sich Awareness-Arbeit am Fest konkret vorstellen?
Schott: Awareness-Arbeit besteht aus mehreren Elementen. Geplant sind unter anderem sichtbare Informationsmassnahmen, klar definierte Anlaufstellen sowie mobile Awareness-Teams auf dem Festgelände.
Besuchende sollen einfach und unkompliziert Unterstützung erhalten können. Dies unabhängig davon, ob es um ein Unsicherheitsgefühl, eine Belästigung oder eine andere belastende Situation geht. Wichtig ist uns dabei eine niederschwellige, respektvolle und diskriminierungsfreie Unterstützung.
BärnerBär: Wie viele Personen sind während des Stadtfests im Awareness-Bereich im Einsatz?
Schott: Die genaue Anzahl befindet sich aktuell noch in der finalen Planung. Klar ist aber: Die Awareness-Teams werden an sämtlichen Festtagen präsent sein und eng mit Sicherheit, Sanität und den Organisationsstrukturen vor Ort zusammenarbeiten.
BärnerBär: Werden die Helfenden speziell geschult?
Über das Bärner Stadtfescht 2026
Vier Jahre warten sind genug. Vom 19. bis 21. Juni 2026 steht das Bärner Stadtfescht endlich wieder auf dem Programm.
Die Besucherinnen und Besucher kommen in den Genuss musikalischer und künstlerischer Darbietungen. Dazu kommt ein vielfältiges Essens- und Getränkeangebot sowie interaktive Stände und Projekte.
Transparenz-Hinweis: Yves Schott ist auch freier Mitarbeiter des BärnerBär.
Schott: Die eingesetzten Personen werden spezifisch vorbereitet. Dabei geht es unter anderem um Kommunikation, Deeskalation, Sensibilisierung für verbale und physische Grenzüberschreitungen.
Dazu kommt das richtige Vorgehen in unterschiedlichen Situationen. Die Schulungen erfolgen durch unseren Sicherheitsverantwortlichen im OK.
BärnerBär: Was passiert konkret, wenn sich eine Person am Fest belästigt, bedroht oder unwohl fühlt?
Schott: Betroffene Personen können sich jederzeit an das Awareness-Team, den Sicherheitsdienst oder andere offizielle Helfende wenden.
Wichtig ist zunächst, dass die oder der Betroffene ernst genommen und aus der belastenden Situation begleitet wird. Danach wird umgehend individuell abgeklärt, welche Unterstützung nötig ist.
Das kann etwa ein ruhiger Rückzugsort, persönliche Begleitung, medizinische Hilfe oder das Hinzuziehen weiterer Stellen sein. Das Wohl und die Bedürfnisse der betroffenen Person stehen dabei immer im Zentrum.
BärnerBär: Was wäre für Sie ein erfolgreiches Stadtfest aus Sicht der Awareness-Arbeit?
Schott: Ein erfolgreiches Stadtfest bedeutet für uns, dass Menschen gemeinsam friedlich feiern können und sich dabei sicher, respektiert und willkommen fühlen. Idealerweise trägt gute Awareness-Arbeit auch dazu bei, dass viele Situationen gar nicht erst eskalieren.
Erfolg zeigt sich deshalb nicht nur an der Zahl der Vorfälle. Sondern auch daran, dass die Besuchenden Vertrauen haben, Unterstützung erhalten und das Fest als positiven Ort der Begegnung erleben.










