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    Diskriminierung am Arbeitsplatz: Staat klagt gegen Blizzard

    Carine Meier
    Carine Meier

    USA,

    Wegen Diskriminierung weiblicher Angestellter am Arbeitsplatz hat der Staat Kalifornien eine Klage gegen Activision Blizzard eingereicht.

    Eu Activision Blizzard
    Activision Blizzard sind seit 2008 ein Unternehmen. - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Bundesstaat Kalifornien verklagt Activision Blizzard wegen Diskriminierung.
    • Weibliche Angestellte des Gaming-Unternehmens erhielten weniger Lohn und ungleiche Chancen
    • Dazu kommen Berichte von einer weitreichenden Belästigungs-Kultur am Arbeitsplatz.

    Am Dienstag hat das Department of Fair Employment and Housing (DFEH) des Bundesstaates Kalifornien gegen Gaming-Unternehmen Activision Blizzard Klage eingereicht. Eine zweijährige Untersuchung habe gezeigt, dass das Unternehmen weibliche Angestellte stark diskriminierte. Dazu kommen mehrere Anschuldigungen von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz.

    Wie das offizielle Gerichtsdokument zeigt, beginne die Diskriminierung bereits zu Beginn der Anstellung. So erhielten Frauen systematisch weniger Lohn für eine Einstiegsposition als Männer und ihnen wurden weniger lukrative Aufgaben zugeteilt. Der Lohnunterschied ziehe sich durch die ganze Karriereleiter hindurch bis hin zu höhergestellten Management-Positionen.

    Der Bericht nennt eine Angestellte, der mehrfach eine Beförderung verweigert wurde, obwohl sie diese gemäss verschiedener Faktoren verdient hätte. Sie erhielt ausgezeichnete Rückmeldungen, führte zahlreichere und vor allem erfolgreichere Marketing-Kampagnen als ihr männlicher Kollege. Dennoch sei dieser regelmässig in Kontakt mit Blizzard's Vize-Präsident gewesen und sei schlussendlich auch befördert worden.

    Die Anfrage einer weiteren Angestellten auf Lohnerhöhung wurde abgewiesen, weil sie «eventuell schwanger werden könnte». Weitere seien während ihrem Mutterschaftsurlaub negativ evaluiert worden. Gleichzeitig hätten männliche Angestellte während der Arbeit Computerspiele gespielt und seien oft mit einem Kater zur Arbeit gekommen.

    Blizzard Gaming
    Blizzard Gaming - keystone

    Wer sich über die Diskriminierung beim Management von Activision Blizzard beschwerte, konnte dort keine Hilfe erwarten. Vielmehr erhielten diejenigen, die solche Probleme ansprachen, anschliessend keine neuen Projekte mehr oder ihnen wurde gar gekündigt.

    Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz sei «gang und gäbe»

    Die Arbeitszustände seien weiter gewesen «wie im Haus einer Studentenverbindung». Dies umfasst männliche Angestellte, die am Arbeitsplatz grosse Mengen von Alkohol konsumierten und Frauen belästigten. Sogenannte «Cube Crawls», bei denen die Angestellten von Büro zu Büro zogen, seien gang und gäbe gewesen.

    Büro
    Doch können sich die übrigen 10 Prozent der Coronaviren in Innenräumen schnell ausbreiten. - officelab.ch

    Auch sexuelle Kommentare, ungewollte Annäherungen oder Berührungen gehörten zur Tagesordnung. Die Vorgesetzten hätten nichts gegen dieses Verhalten unternommen und es teilweise sogar ermutigt.

    Schwere Anschuldigungen

    Besonders tragisch sei der Fall einer Angestellten, die sich während eines Betriebsausflugs das Leben nahm. Grund dafür sei ihre sexuelle Beziehung zu einem männlichen Vorgesetzten gewesen. Zudem war sie im Vorfeld Opfer von heftiger sexueller Belästigung am Arbeitsplatz geworden: Bei einer Feier des Unternehmens haben andere Angestellte angeblich pornografische Bilder von ihr herumgezeigt.

    Die Klage erklärt: «Activision Blizzard's fehlerhaften Richtlinien und Praktiken haben die Diskrimination am Arbeitsplatz im Endeffekt erlaubt und erlauben sie weiterhin.»

    Das Unternehmen wies die Vorwürfe in einer Mitteilung zurück und behauptet, das DFEH zeichne ein falsches Bild des Unternehmens. «Wir schätzen Vielfalt und bemühen uns, einen Arbeitsplatz zu fördern, der für allen Zugehörigkeit bietet. In unserem Unternehmen ist kein Platz für sexuelles Fehlverhalten oder Belästigung jeglicher Art. Wir nehmen jede Anschuldigung ernst und gehen allen Vorwürfen nach.»

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