Der Festival-Sommer hat begonnen. Die WHO möchte die Veranstalter in die Pflicht nehmen, Besucher über die Gefahr einer Affenpocken-Infektion aufzuklären.
Ans Festival trotz steigender Affenpockenfälle: Für die WHO ist das kein Problem - die Veranstalter sollen die Besuchenden aber über die Ansteckungsrisiken aufklären. (Archivbild)
Ans Festival trotz steigender Affenpockenfälle: Für die WHO ist das kein Problem - die Veranstalter sollen die Besuchenden aber über die Ansteckungsrisiken aufklären. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/MELANIE DUCHENE
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die WHO sieht kein Problem darin, im Sommer Festivals zu besuchen.
  • Solche Veranstaltungen seien zwar eine «förderliche Umgebung» für Affenpocken.
  • Die WHO hofft aber, dass die Organisatoren selbst die Besucher über die Gefahr aufklären.

Trotz der zunehmenden Verbreitung der Affenpocken können Musikfestivals und ähnliche Sommer-Veranstaltungen in Europa laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stattfinden. Obwohl derartige Veranstaltungen eine «förderliche Umgebung» für das Virus darstellen.

Dennoch empfehle die WHO keine Absage oder Verschiebung von Festivals und Konzerten, sagte WHO-Expertin Amaia Artazcoz bei einem Webinar am Freitag.

Festivals sollen Besucher aufklären

Stattdessen forderte die WHO Festival-Organisatoren auf, Besucher aktiv über das Ansteckungsrisiko mit Affenpocken aufzuklären. Auf diese Weise könnten Ansteckungen rasch erkannt, eine weitere Übertragung verhindert und von Ansteckung bedrohte Menschen geschützt werden. «Wenn wir nichts tun, riskieren wir einen Anstieg der Affenpocken-Fälle in diesem Sommer», warnte WHO-Vertreterin Sarah Tyler.

In den kommenden Sommermonaten seien in Europa mehr als 800 Festivals geplant, bei denen hunderttausende Besucher aus zahlreichen Ländern aufeinandertreffen, sagte Tyler. Die meisten Besucher seien «hochgradig mobil und sexuell aktiv, und eine Anzahl von ihnen wird intimen Hautkontakt bei oder in zeitlicher Nähe zu diesen Veranstaltungen haben».

Affenpocken
Diese elektronenmikroskopische Aufnahme aus dem Jahr 2003 zeigt reife, ovale Affenpockenviren (l) und kugelförmige unreife Virionen (r). Die Weltgesundheitsorganisation entscheidet bald über den Ernst der Affenpocken. - Cynthia S. Goldsmith/Russell Regner/CDC/AP/dpa

Seit Mai breiten sich die Affenpocken auch in Ländern ausserhalb West- und Zentralafrikas aus, vor allem in Westeuropa. Bislang wurden laut WHO in diesem Jahr in 48 Ländern insgesamt mehr als 3200 Fälle von Affenpocken gemeldet. In der Schweiz wurden dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) bis am Donnerstag 52 Fälle gemeldet.

Zu den typischen Symptomen der Krankheit gehören hohes Fieber, geschwollene Lymphknoten und Windpocken-ähnliche Pusteln. Übertragen wird die Krankheit durch engen Körper- und Hautkontakt.

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