Studie

    Weibliche Tränen dämpfen Wut von Männern

    Anna Mikulics
    Anna Mikulics

    Israel,

    Eine Forschergruppe aus Israel hat festgestellt, dass weibliche Tränen Männer besänftigen können – damit können sie aggressives Verhalten mindern.

    Tränen
    Rund 3500 Teilnehmende aus fünf Ländern wurden in zwei Hauptstudien befragt. - pexels

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine Studie fand heraus, dass weibliche Tränen die Wut von Männern besänftigen.
    • Dafür wurden sechs Probandinnen Tränen abgenommen.

    Israelische Forschende haben festgestellt, dass die Tränen von Frauen das männliche Verhalten beeinflussen können.

    Zuvor war bereits bekannt, dass der Geruch von Tränenflüssigkeit den Testosteronspiegel von Männern sinken lässt. Dieser ist häufig bei aggressivem Verhalten erhöht. Doch nun tauchten die Wissenschaftler des Weizmann Institute of Science tiefer in das Thema ein.

    Wie sie im Fachmagazin «Plos Biology» argumentieren, sinkt das aggressive Verhalten von Männern, wenn eine Frau weint. Für ihre Untersuchung nahmen sie sechs weiblichen Probandinnen, die einen traurigen Film sahen, Tränen ab.

    männer frauen tränen wut
    Laut der Studie reduziert sich das aggressive Verhalten von Männern, wenn sie die Tränen von Frauen riechen. - Unsplash

    Teil der Studie waren auch 31 Männer, die an den Computer gebeten wurden: Sie spielten ein Computerspiel, bei dem sie gegen einen vermeintlich menschlichen Wiedersacher antreten mussten. Dieser sollte bei den Teilnehmern Aggressionen provozieren, indem er schummelte. Daraufhin war es den Probanden möglich, sich bei dem Gegenspieler zu rächen.

    Aggressives Verhalten nahm um 40 Prozent ab

    Während des Spielens trugen die Männer eine Geruchsprobe unter der Nase. In diesen befand sich entweder die weibliche Tränenflüssigkeit oder eine Kochsalzlösung. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Wenn die Probanden Tränen rochen, nahm das rachsüchtige und damit aggressive Verhalten um mehr als 40 Prozent ab.

    Wann haben Sie zum letzten Mal geweint?

    Die Forschenden wiederholten die Untersuchung mit einem MRT-Scan. Bei aggressivem Verhalten während des Computerspielens wurden zwei Hirnregionen – der präfrontale Kortex und die vordere Insel – stark stimuliert. Wenn die Männer jedoch die Tränenflüssigkeit rochen, waren diese Teile weniger aktiv.

    Bei weiteren Untersuchungen soll nun getestet werden, wie Frauen auf die Tränen von Männern reagieren.

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