Spitalschliessungen kosten Parteien Wählerstimmen
Wer ein Spital schliesst, wird an der Urne bestraft. Eine Studie des Center for Health, Policy and Economics der Universität Luzern zeigt, dass die verantwortlichen Parteien in den betroffenen Regionen deutlich an Unterstützung einbüssen.

Für die Analyse wurden 35 dauerhafte Schliessungen von Spitalstandorten zwischen 2016 und 2023 untersucht, wie die Universität am Dienstag mitteilte. Die Forschenden verknüpften diese Informationen mit Daten aus Nachwahlbefragungen zu den Nationalratswahlen 2019 und 2023.
Die Analyse zeigte, dass die Unterstützung für die Partei, welche die kantonale Gesundheitsdirektion innehatte, in den betroffenen Regionen signifikant sank. Dieser Sanktionseffekt trat sowohl in der Deutschschweiz, der Romandie und der italienischsprachigen Schweiz auf.
Auch zwischen städtischen und ländlichen Gebieten sowie bei jüngeren und älteren Wählenden gab es keine grossen Unterschiede. Die politischen Konsequenzen waren sowohl bei der Schliessung von Allgemeinspitälern als auch von spezialisierten Kliniken messbar, wobei sie bei letzteren teilweise stärker ausfielen.
Die Forschenden stellten zudem eine Veränderung bei den politischen Einstellungen fest. In den betroffenen Regionen verschob sich das Unterstützungspotenzial tendenziell weg von Mitte-rechts-Parteien und hin zu Parteien links der Mitte. Dieses Muster habe sich im effektiven Wahlverhalten jedoch nur begrenzt gezeigt, heisst es in der Studie.
Das Forschungsteam plant in einem nächsten Schritt weiterführende Analysen. Dabei soll untersucht werden, über welche politischen Mechanismen sich der Abbau von Dienstleistungen auswirkt.










