Europa kämpft mit wachsender Zahl tödlicher Lebererkrankungen
Lebererkrankungen fordern in Europa täglich fast 780 Todesopfer. Eine internationale Analyse sieht die Ursachen nicht nur im Gesundheitssystem.

Lebererkrankungen entwickeln sich zu einem der grössten Gesundheitsprobleme Europas. Jeden Tag sterben fast 780 Menschen daran, obwohl viele dieser Todesfälle vermeidbar wären.
Wie die Universität Bern berichtet, nahm auch das Inselspital Bern an der internationalen Analyse teil. Die Studie der «EASL–Lancet Commission» basiert auf umfangreichen Datenanalysen aus ganz Europa.
Laut dieser Analyse sterben jährlich rund 284'000 Menschen an Leberzirrhose oder Leberkrebs. Dieser Anstieg ist besonders bei Leberkrebs mit über 50 Prozent seit 2000 deutlich.
Lebererkrankungen bleiben grosses Gesundheitsproblem
Die Analyse zeigt laut dem Inselspital Bern einen engen Zusammenhang mit verbreiteten Risikofaktoren. Dazu zählen Alkoholkonsum, ungesunde Ernährung, Übergewicht sowie Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Infektionen.

Diese Faktoren treten häufig gemeinsam auf und verstärken sich gegenseitig in ihrer Wirkung. Schätzungen zufolge ist Alkohol für 40 Prozent der jährlich 287'000 vorzeitigen, leberbedingten Todesfälle verantwortlich, berichtet «Biermann Medizin».
Auch gesellschaftliche und strukturelle Rahmenbedingungen beeinflussen die Entwicklung deutlich. Laut dem Bauchzentrum Bern spielen Alkohol und stark verarbeitete Lebensmittel dabei wichtige Rollen.
Europas Wirtschaft verliert jährlich Milliarden durch Leberkrankheiten
Lebererkrankungen kosten Europas Volkswirtschaften jährlich rund 55 Milliarden Euro. Laut dem Inselspital Bern entstehen die Kosten durch vorzeitige Todesfälle, verminderte Arbeitsfähigkeit und steigende Gesundheitsausgaben.
Auch in der Schweiz sind schätzungsweise 2 bis 3 Millionen Menschen von einer Lebererkrankung betroffen. Laut der Universität Bern bleiben viele Erkrankungen lange unentdeckt.
Lebererkrankungen stellen eine wachsende Herausforderung für das Gesundheitssystem dar. Laut der Universität Bern dürfte die Krankheitslast ohne Prävention und Früherkennung weiter steigen.












