Erdbeben

    So löst ein Erdbeben einen Tsunami aus

    Nikolaus Führmann
    Nikolaus Führmann

    Russland,

    Nach einem Erdbeben vor der Ostküste Russlands haben mehrere Regionen Tsunami-Gefahr ausgerufen. Doch wie entsteht der oft tödliche Wellengang?

    Erdbeben Tsunami Warnschild
    In vielen Regionen der Welt bedeutet ein Erdbeben Tsunami-Gefahr. (Symbolbild) - Keystone

    Ein Erdbeben der Stärke 8,8 hat die Ostküste Russlands bei Kamtschatka erschüttert. Daraufhin wurden Tsunamiwarnungen für Russland, Japan, die USA und weitere Pazifikregionen ausgegeben, wie das «Handelsblatt» berichtet.

    Die Tiefsee-Erschütterung lag etwa 130 Kilometer vor Kamtschatkas Küste in rund 20 Kilometern Tiefe. Dies führte zu mindestens einer fünf Meter hohen Tsunami-Welle an der Küste, meldet die russische Agentur RIA Nowosti.

    Betroffen waren unter anderem die Stadt Sewero-Kurilsk und die Inseln der Kurilen, wo Evakuierungen stattfanden. Laut dem Bayerischen Rundfunk wurden dort Hafenbereiche überschwemmt und Schiffe von ihren Liegeplätzen gerissen.

    Tektonische Platten oft Ursache

    Ein Tsunami entsteht, wenn ein seismisches Ereignis den Meeresboden plötzlich hebt oder senkt. Dabei werden gewaltige Wassermassen verdrängt, die Wellen mit enormer Energie erzeugen.

    Diese verbreiten sich mit hoher Geschwindigkeit über grosse Distanzen. Die meisten Tsunamis resultieren aus Unterwasser-Erdbeben entlang tektonischer Plattengrenzen.

    Kamtschatka liegt an der Nahtstelle der pazifischen und nordamerikanischen Kontinentalplatten, einer der weltweit aktivsten Erdbebenzonen.

    Meterhohe Wellen

    Tsunamis unterscheiden sich durch ihre Wellenlänge und -höhe von normalen Meereswellen. Ihre Wellen können mehrere Meter hoch werden und mit zerstörerischer Kraft an Land einschlagen.

    Erdbeben Tsunami Warnung Japan
    Mithilfe von Frühwarnsystemen wird versucht, die fatalen Folgen von Tsunamis abzufedern. - Keystone

    Je stärker und näher am Meeresboden das Beben ist, desto grösser kann ein Tsunami werden. Flache Erdbeben mit grosser Verschiebung der Erdkruste haben das grösste Potenzial für verheerende Wellen.

    Deren Wirkung verstärkt sich, wenn sie flaches Küstenwasser erreichen. Dies erklärt die hohen Flutwellen von bis zu fünf Metern bei Sewero-Kurilsk, so der «Stern».

    Tausende Tote durch Tsunamis im Jahr

    Jährlich gibt es weltweit rund 60 Tsunamis, von denen etwa 15 spürbare Schäden anrichten. Dabei sterben nach Schätzungen jährlich etwa 2'000 Menschen.

    Warst du schon mal ein einem Tsunami-Gebiet?

    Die wirtschaftlichen Schäden belaufen sich auf mehrere Milliarden Franken. Die Gefahrenzonen werden weltweit durch moderne Tsunami-Warnsysteme überwacht.

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