Pussy Riot

    Russland stuft Pussy Riot als extremistische Organisation ein

    Nikolaus Führmann
    Nikolaus Führmann

    Russland,

    Ein Moskauer Gericht hat das Künstlerkollektiv Pussy Riot zu einer extremistischen Vereinigung erklärt. Der Entscheid könnte weitreichende Folgen haben.

    Pussy Riot Aktivistinnen
    Die feministische russische Gruppe Pussy Riot hat angekündigt, gegen die Teilnahme Russlands an der Biennale protestieren zu wollen. (Archivbild) - Keystone

    Mit Entscheidung vom Montag gilt Pussy Riot in Russland offiziell als «extremistische Organisation». Laut der staatlichen Nachrichtenagentur «TASS» erfolgte das Urteil nach einer nicht öffentlichen Anhörung des Moskauer Stadtgerichts.

    Der Anwalt der Gruppe Leonid Solowjow bestätigte demnach, dass das Gericht die dem Antrag der Generalstaatsanwaltschaft stattgegeben habe. Nach seiner Aussage bedeute die Einstufung ein umfassendes Verbot aller Aktivitäten des Kollektivs in Russland.

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    Das Kollektiv Pussy Riot wurde 2012 weltbekannt, nachdem Mitglieder in einer Moskauer Kathedrale gegen Präsident Wladimir Putin protestiert hatten. Nach ihrer Festnahme und Verurteilung verbrachten zwei Aktivistinnen Jahre in Haft, so die Nachrichtenagentur «Reuters».

    Folgen für Pussy Riot und Unterstützer

    Laut der «BBC», könnte die Entscheidung auch weitreichende strafrechtliche Folgen für das Umfeld von Pussy Riot haben. Sie erlaube Behörden, Unterstützer zu verfolgen und Vermögenswerte zu beschlagnahmen.

    Pussy Riot Prozess 2012
    Bereits 2012 wurde den Aktivistinnen von Pussy Riot der Prozess gemacht, damals noch öffentlichkeitswirksam. (Archivbild) - Keystone

    Laut der «Deutschen Welle» ist gegen das Urteil kein Einspruch möglich, da es unmittelbar rechtskräftig geworden sei. Damit drohten den Aktivistinnen langjährige Freiheitsstrafen, falls sie in Russland verbleiben.

    Das Moskauer Gericht veröffentlichte keine schriftliche Begründung des Beschlusses, offenbar liegen bisher auch keine offiziellen Details zu konkreten Vorwürfen vor. Erst vor wenigen Wochen waren fünf der Aktivistinnen in Abwesenheit zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

    Aktivistinnen weiter aktiv

    Pussy Riot versteht sich laut der «New York Times» als feministisch-anarchistische Bewegung mit Fokus auf Meinungsfreiheit, Gleichstellung und Antiautoritarismus. Ihr politischer Ansatz kombiniert Performancekunst mit direkter Kritik an staatlicher Repression und patriarchalen Strukturen.

    Mit ihrer Protest-Performance in einer Moskauer Kirche im Jahr 2012 erlangten Pussy Riot weltweite Aufmerksamkeit.

    Zu den bekanntesten Mitgliedern gehören Nadja Tolokonnikowa, Maria Aljochina und Ljusja Schewtzowa, berichtet «Guardian». Mehrere Gründungsmitglieder leben heute im Ausland, wo sie ihre Arbeit in wechselnden Formationen fortsetzen.

    Aktuell produziert Pussy Riot Musik, Performances und Kampagnen gegen politische Gefangenschaft und für Frauenrechte. Laut «Le Monde» arbeitet die Gruppe mit internationalen Menschenrechtsorganisationen zusammen und nutzt soziale Netzwerke als wichtigste Plattform.

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    Kommentare

    User #6479 (nicht angemeldet)

    Irgendwas stimmt net mit nau

    User #2212 (nicht angemeldet)

    Tja und bei uns gibt's Wutbürger, die sich über unsere Demokratie und Politik aufregt. Nur ein paar Monate in Russland und sie würden merken, wie schön wir es in der Schweiz und unserer Demokratie haben!

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