Schwere Krankheitsverläufe im Zusammenhang mit Covid-19 sollen mit einer bestimmten Gen-Variation im menschlichen Körper zusammenhängen. Das besagt eine Studie.
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Im Krankenhaus konnte dem sechsjährigen Andrea nicht mehr geholfen werden (Symbolbild). - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Laut einer Studie hängen schwere Covid-19-Verläufe mit einer Gen-Variation zusammen.
  • Menschen mit einem teilweisen oder gänzlichen Fehlen des NKG2C-Rezeptors erkranken schwer.

Hospitalisierte Covid-19-Patienten weisen deutlich öfter eine bestimmte Gen-Variation auf als Personen mit milden Verläufen. Vor allem Betroffene mit einem teilweisen oder gänzlichen Fehlen des NKG2C-Rezeptors erkranken schwer, berichtete die MedUni Wien am Montag.

«Dieser Teil der Immunantwort könnte daher auch ein wichtiger Angriffspunkt für Medikamente sein», sagte die Virologin Elisabeth Puchhammer-Stöckl. Diese Medikamente könnten dabei helfen, schwere Covid-19-Erkrankungen zu verhindern.

Rezeptor NKG2C fehlt oder ist nur teilweise da

Um die Virusvermehrung bereits in der Anfangsphase der Infektion zu bekämpfen, gibt es einen wichtigen Schritt: Die antivirale Immunantwort durch natürliche Killerzellen (NK-Zellen).

Diese Killerzellen weisen auf ihrer Oberfläche spezielle, aktivierende Rezeptoren auf. Darunter ist auch der NKG2C-Rezeptor, der mit einer infizierten Zelle über eine ihrer spezifischen Oberflächenstrukturen, das HLA-E, kommuniziert. Diese Interaktion führt zur Zerstörung der virusinfizierten Zellen.

Bei etwa vier Prozent der Bevölkerung fehlt aufgrund einer Gen-Variation der aktivierende Rezeptor NKG2C. Bei rund 30 Prozent der Population ist der Rezeptor nur teilweise vorhanden. Eine Forschergruppe aus dem Zentrum für Virologie der MedUni unter der Leitung von Puchhammer-Stöckl zeigte nun: Vor allem Menschen mit einem teilweisen oder gänzlichen Fehlen des NKG2C-Rezeptors entwickeln schwere Verläufe.

NK-Zellantwort hat grosse Bedeutung

«Besonders häufig war das Fehlen des Rezeptors bei Patienten, die mit Covid-19 auf Intensivstationen behandelt werden mussten. Das ganz unabhängig von Alter oder Geschlecht», erklärte Puchhammer-Stöckl. «Auch genetische Variationen am HLA-E der infizierten Zelle waren mit der Schwere der Erkrankung assoziiert, wenn auch in geringerem Ausmass».

Die aktuelle Studie zeige daher die grosse Bedeutung der NK-Zellantwort im Kampf gegen die SARS-CoV-2-Infektion. Erschienen ist sie kürzlich im Journal «Genetics in Medicine».

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