Nobelpreis

Schweizer Unterhosen gewinnen einen Ig-Nobelpreis

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Zürich,

Ein Forschungsprojekt der Universität Zürich und der Forschungsanstalt Agroscope hat mit vergrabenen Unterhosen die Bodenqualität in der Schweiz untersucht. Am Donnerstag erhielten die Forschenden dafür einen Ig-Nobelpreis.

Das Schweizer Forschungsteam mit Pia Viviani, Franz Bender, Marcel van der Heijden und Atlant Bieri hat den Ig-Nobelpreis vom «echten» Nobelpreisträger Michel Mayor erhalten.
Das Schweizer Forschungsteam mit Pia Viviani, Franz Bender, Marcel van der Heijden und Atlant Bieri hat den Ig-Nobelpreis vom «echten» Nobelpreisträger Michel Mayor erhalten. - KEYSTONE/CLAUDIO THOMA

Am Projekt «Beweisstück Unterhose» beteiligten sich mehr als tausend Personen aus der ganzen Schweiz. Gärtnerinnen und Gärtner sowie Landwirtinnen und Landwirte vergruben dafür zwei handelsübliche Baumwollunterhosen in ihren Böden.

Die Zersetzung des Baumwollstoffs diente als Indikator für die Bodenaktivität. Das Prinzip ist bestechend einfach: Je schneller die Unterhose verschwindet, desto mehr Leben steckt im Boden. Bakterien, Pilze, Regenwürmer und allerlei anderes Getier machen sich über die Baumwolle her. Ein Paradies für Bodenorganismen.

«Es ging darum, Leuten bewusst zu machen, wie wichtig der Boden ist», sagte Marcel van der Heijden von der Universität Zürich zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Theoretisch hätte man auch mit Baumwoll-T-Shirts die gleichen Resultate erreichen können. Aber das Interesse der Öffentlichkeit wäre dann wohl geringer gewesen.

«Eine grosse Ehre»

Nun ist das Projekt mit dem Ig-Nobelpreis ausgezeichnet worden. Ein Preis, der Forschungsarbeiten ehrt, die zunächst zum Lachen bringen und danach zum Nachdenken. «Eine grosse Ehre», betonten die Forschenden.

Die Unterhosen hätten auch durchaus wichtige Resultate gebracht. Sie haben gezeigt, dass Bio-Böden konventionelle Äcker in Sachen Unterhosen-Zersetzung ziemlich alt aussehen lassen. Während in biologisch bewirtschafteten Feldern die Baumwolle kräftig angeknabbert wurde, blieb auf manchen konventionellen Flächen deutlich mehr Stoff übrig. Besonders lebendig präsentierten sich die Böden von Gärten und Wiesen.

Die Forschungsdaten sollen in eine Karte einfliessen, die künftig zeigt, wie gesund die Böden der Schweiz sind.

Kommentare

Weiterlesen

a
189 Interaktionen
Knall in ÖV-Branche
Wermuth Keller-Sutter Ermotti
18 Interaktionen
Referendum droht

MEHR NOBELPREIS

machado
54 Interaktionen
Bei Treffen
10 Interaktionen
Stockholm
aghion howitt
Nobelpreis 2025
477 Interaktionen
Trump geht leer aus

MEHR AUS STADT ZüRICH

Szene isch Züri
Geht um Millionen
1 Interaktionen
Zürich
gc
2 Interaktionen
Nach Schottland
1 Interaktionen
Kanton Zürich