Knall in ÖV-Branche: Papier-Billette und Bargeld sollen verschwinden
Gemäss internen Protokollen will Alliance Swisspass Papierbillette und Bargeld aus dem ÖV verbannen. Bis Ende 2029 soll es umgesetzt sein.

Das Wichtigste in Kürze
- Alliance Swisspass will wegkommen von Papiertickets und Bargeld.
- Neue Automaten sollen die aktuellen Verkaufsgeräte bis Ende 2029 ersetzen.
- Dann werden die Tickets direkt auf den Swisspass, das Smartphone oder eine Karte geladen.
Auch wenn es immer weniger Pendler nutzen, können an Bahnhöfen weiterhin Papierbillette gekauft werden. Doch damit soll bald Schluss sein: Bis Ende 2029 sollen Papiertickets und Bargeld verschwinden.
Dies berichtet der «K-Tipp». Er beruft sich dabei auf das Protokoll des Branchenverbandes Alliance Swisspass.
Demnach sollen die Billettautomaten durch neue Verkaufsgeräte ersetzt werden, die kein Bargeld mehr akzeptieren. Tickets, die dort gelöst werden, werden auf das Smartphone oder den Swisspass geladen. Wer beides nicht hat, braucht eine Karte mit Mikrochip – und muss mehr bezahlen.
Denn die Automaten verrechnen beim Kauf mit dieser Karte automatisch den teuersten Tarif. Wenn es für eine Route einen günstigeren Weg gibt, muss dieser spezifisch ausgewählt werden.
Bereits im kommenden Jahr beginnt die Umstellung in Basel und der Zentralschweiz. 400 der neuen Automaten sollen die regulären Billettautomaten ersetzen. Papiertickets können dann nicht mehr gelöst werden, mit Bargeld nicht bezahlt werden.
Zudem werden die Entwerter für Mehrfahrtkarten entfernt und durch sogenannte Aktivierungsgeräte ersetzt. Hält man den Swisspass oder das Handy daran, wird die Fahrt aktiviert.
Der Strategierat, das oberste Organ von Alliance Swisspass, fällte im Juli den Entscheid für die Umstellung auf papierloses Pendeln einstimmig. Im Protokoll steht, dass die Verkaufsgeräte als Lösung für die «kleine Kundengruppe» ohne Swisspass oder Smartphone «gut genug» seien.
Alliance Swisspass rudert zurück
Alliance Swisspass schreibt gegenüber «K-Tipp», dass ein «nationaler Standard für die Grundversorgung» beschlossen worden sei. «Wie dieser vor Ort umgesetzt wird, liegt weiterhin in der Verantwortung der Transportunternehmen und der Verbünde.»
Gegenüber dem «Blick» rudert Philipp Bosshard, Mediensprecher von Alliance Swisspass zurück: Es sei kein Entschluss gefasst worden, wonach bestimmte Automaten schweizweit innert zwei bis drei Jahren eingeführt werden müssten.
Es handle sich um eine «strategische Stossrichtung für einen gemeinsamen Standard für die zukünftige Grundversorgung». Auch er betont, dass die Transportunternehmen und Verbünde für die Umsetzung zuständig seien.











